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Asset Based Lending: So sichern Sie Finanzierung trotz schwankender Bonität

Asset Based Lending Deutsche Firmenkredit Partner DFKP

Steigen die Aufträge, sind die Lager gut gefüllt oder verzögern sich Kundenzahlungen, gerät die Liquidität rasch unter Druck. Besonders anspruchsvoll wird die Situation, wenn klassische Kreditlinien eng an Bonität und Bilanzkennzahlen gebunden sind. Asset Based Lending setzt genau an diesem Punkt an und eröffnet eine flexible Finanzierungsoption: Vorhandene Vermögenswerte wie Lagerbestände oder Forderungen werden genutzt, um kurzfristig Kapital freizusetzen, weitgehend unabhängig von Ratingstrukturen oder bilanziellen Kennzahlen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Asset Based Lending funktioniert, in welchen Konstellationen es sinnvoll eingesetzt werden kann und weshalb insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von dieser pragmatischen Form der Unternehmensfinanzierung profitieren.

  • Finanzierung auf Basis von Vermögenswerten: Asset Based Lending nutzt werthaltige Assets wie Forderungen, Lager und Maschinen als Hauptsicherheit und eröffnet damit Unternehmen Finanzierungsspielräume, auch wenn klassische Bonitätskennzahlen an Grenzen stoßen.
  • Dynamische, revolvierende Kreditlinie: Der Kreditrahmen orientiert sich fortlaufend am tatsächlichen Wert der gestellten Sicherheiten und entwickelt sich damit im Gleichklang mit dem Geschäftsverlauf. Auf diese Weise lassen sich saisonale Schwankungen, Wachstumsphasen oder die Vorfinanzierung von Projekten flexibel und bedarfsgerecht steuern.
  • Strategischer Baustein im Finanzierungsmix: In Kombination mit Lösungen wie Factoring, Einkaufs- oder Objektfinanzierung wird Asset Based Lending zum zentralen Element eines maßgeschneiderten Finanzierungskonzepts, das Liquidität sichert und gezielt Wachstum ermöglicht.

Was ist Asset Based Lending?

Asset Based Lending ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, bei der vorhandene Vermögenswerte als Sicherheiten dienen. Dazu zählen zum Beispiel offene Kundenforderungen, Lagerbestände oder Maschinen und Anlagen, die wirtschaftlich verwertbar sind. Im Unterschied zu klassischen Kreditformen steht nicht allein die Bonität des Unternehmens im Mittelpunkt der Beurteilung. Maßgeblich ist vielmehr der tatsächliche und kurzfristig realisierbare Wert der eingebrachten Vermögensgegenstände. Eine Bonitätsprüfung erfolgt zwar weiterhin, doch bestimmen die werthaltigen Sicherheiten in entscheidendem Umfang den verfügbaren Finanzierungsspielraum.

In der Praxis erfolgt Asset Based Lending häufig über eine besicherte Kreditlinie. Diese Kreditlinie orientiert sich an der Höhe der werthaltigen Sicherheiten im Unternehmen und kann entsprechend angepasst werden. Steigt zum Beispiel der Lagerwert oder erhöht sich das Volumen offener Forderungen, kann auch der verfügbare Finanzierungsrahmen wachsen. Das ist besonders interessant für Unternehmen mit saisonalen Schwankungen, starkem Auftragswachstum oder hohem kurzfristigem Kapitalbedarf im Betrieb.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der schnellen Verfügbarkeit der Liquidität und in der stärkeren Sicherheitenorientierung der Kreditvergabe. Oft gelten weniger starre Vorgaben für bestimmte Kennzahlen, als es bei rein bonitätsgetriebenen Finanzierungen üblich ist. Asset Based Lending kann helfen, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken und Wachstumsprojekte zu finanzieren. Für viele mittelständische Unternehmen wird es so zu einem strategischen Baustein der Unternehmensfinanzierung, der zusätzliche Handlungsspielräume eröffnet.

Asset Based Lending kann helfen, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken und Wachstumsprojekte zu finanzieren. Für viele mittelständische Unternehmen wird es so zu einem strategischen Baustein der Unternehmensfinanzierung, der zusätzliche Handlungsspielräume eröffnet.

Fabian Alber Team Lead Sales

Asset Based Finance: Definition und Abgrenzung

Im Rahmen dieser Finanzierungsform ist entscheidend, welche Vermögenswerte im Unternehmen vorhanden und wirtschaftlich verwertbar sind. Unter Asset Based Finance werden Kreditstrukturen verstanden, die sich vorrangig am tatsächlichen Substanzwert dieser Vermögensgegenstände orientieren. Als Sicherheiten dienen typischerweise kurzfristige Forderungen, Lagerbestände, Maschinen oder ausgewählte Rechte. Je höher die Liquidierbarkeit der eingebrachten Werte ist, etwa bei gut marktgängigen Handelswaren, desto tragfähiger gestaltet sich die Finanzierungsbasis.

Im deutschen Sprachgebrauch wird häufig vom besicherten Betriebsmittelkredit gesprochen, wenn Forderungen und Lagerbestände als Sicherheiten dienen. Charakteristisch ist die flexible Struktur: Die Kreditlinie wird dynamisch an den Wert der eingebrachten Sicherheiten angepasst und nicht starr an festen Kennzahlen ausgerichtet. Das unterstützt insbesondere die kurzfristige Liquiditätsplanung im laufenden Geschäft.

Im Unterschied zum klassischen Betriebsmittelkredit steht die werthaltige Absicherung durch Assets klar im Vordergrund. Unternehmen mit volatileren Ergebnissen oder schwankenden Umsätzen erhalten so einen Zugang zu Betriebsmitteln, der stärker auf vorhandene Vermögenswerte und weniger auf konstante Ertragskennzahlen abstellt. Das erleichtert eine realistische Planung und eine effizientere Nutzung der gebundenen Mittel in Forderungen und Lager.

Unterschied zu klassischen Unternehmenskrediten

Bei der klassischen Kreditvergabe liegt der Fokus meist auf der Bonitätsprüfung des Unternehmens. Banken analysieren insbesondere Eigenkapitalquote, Cashflow, Kapitaldienstfähigkeit, bestehende Kreditverpflichtungen und den Verschuldungsgrad. Für viele KMU wird es herausfordernd, wenn diese Kennzahlen durch Wachstum, Investitionen oder Umsatzschwankungen belastet sind.

Bei Asset Based Lending stehen hingegen die werthaltigen Sicherheiten im Mittelpunkt. Verwertbare Lagerbestände, Maschinen oder offene Forderungen bilden die Grundlage der Kreditlinie. Die Bonität bleibt wichtig, der Finanzierungsrahmen orientiert sich jedoch vorrangig an den Assets. Das schafft zusätzlichen Spielraum, auch wenn die Kennzahlen nicht in jeder Phase optimal sind.

Die Kreditlinie kann in der Regel an die Entwicklung der Sicherheiten angepasst werden und ist häufig an flexiblere Vereinbarungen geknüpft als ein klassischer Unternehmenskredit. Für die KMU-Finanzierung ergibt sich damit eine echte Alternative: Mittelständische Unternehmen, die über substanzielle Vermögenswerte verfügen, können trotz temporär schwächerer Ertragslage auf passende Liquidität zugreifen und Wachstumsphasen gezielt steuern.

Welche Sicherheiten ermöglichen Asset Based Finance?

Für Asset Based Finance ist entscheidend, welche mobilisierbaren Vermögenswerte in Ihrem Unternehmen vorhanden sind. Dazu zählen in der Praxis vor allem offene Kundenforderungen, Lagerbestände, Maschinen und andere mobile Sachanlagen, teilweise auch Immobilien sowie Rechte wie Marken oder Lizenzen. Wichtig ist, wie werthaltig, transparent bewertbar und wirtschaftlich verwertbar diese Sicherheiten sind.

Besonders positiv auf die Kreditwürdigkeit und die Besicherung der Finanzierung wirken sich liquide, leicht bewertbare Vermögenswerte aus. Offene Kundenforderungen oder lagerfähige Handelsware lassen sich im Regelfall zügig in Liquidität umwandeln und verbessern die Finanzierungsperspektive spürbar. Voraussetzung ist eine transparente Buchführung, die Zahlungsrückstände und veraltete Lagerbestände offenlegt und damit eine belastbare Bewertung durch den Finanzierer ermöglicht.

Bei Maschinen und Fahrzeugen kann eine Objektfinanzierung sinnvoll sein. So lässt sich der Wert dieser Investitionen direkt in die Finanzierung einbinden, ohne die vorhandene Liquidität im Unternehmen unmittelbar zu beanspruchen. Das gilt auch für andere physische Wirtschaftsgüter im Anlagevermögen.

Die Bewertung der Sicherheiten ist ein zentraler Schritt im Finanzierungsprozess. Je nachvollziehbarer, marktgängiger und rechtlich eindeutig zuordenbar ein Vermögensgegenstand ist, desto besser kann er im Finanzierungsplan berücksichtigt werden. Das erhöht in der Regel die mögliche Kreditlinie und verbessert die Konditionen, weitgehend unabhängig von der aktuellen Ertragslage oder dem externen Rating.

DFKP-Tipp

Identifizieren und dokumentieren Sie Ihre werthaltigen Vermögenswerte systematisch. Sorgen Sie für eine transparente Buchführung und aktuelle Bewertungen, damit Forderungen, Lagerbestände oder Maschinen gezielt als Sicherheiten genutzt und bessere Finanzierungskonditionen erzielt werden können.

Forderungen und Lagerbestände

Gerade bei kurzfristigem Finanzierungsbedarf lohnt sich ein genauer Blick auf die bestehenden Forderungen und Lagerbestände. Beide gelten als besonders schnell nutzbare Sicherheiten, wenn sie gut dokumentiert und aktuell sind. Damit Forderungen überhaupt in Frage kommen, werden sie sorgfältig geprüft, insbesondere hinsichtlich Alter, Fälligkeit und Zahlungsstatus. Typischerweise sollten sie nicht älter als 90 Tage sein und die vereinbarte Rechnungsfrist um höchstens 60 Tage überschreiten. Unter diesen Voraussetzungen können sie in eine Finanzierung einfließen.

Lagerbestände wie Rohstoffe, Halbzeuge oder Handelswaren können in die Finanzierung einbezogen werden, sofern ihr Wert nachvollziehbar dokumentiert, regelmäßig aktualisiert und wirtschaftlich verwertbar ist. Entscheidend ist der Lagerumschlag. Je schneller die Bestände verkauft oder weiterverarbeitet werden, desto höher fällt ihr möglicher Finanzierungswert aus. Ein gut organisierter Warenfluss wirkt daher direkt positiv auf die verfügbare Liquidität im Rahmen von Asset Based Finance.

Maschinen, Immobilien und immaterielle Werte

Maschinenparks, Produktionslinien, Fahrzeuge oder technische Geräte gehören zum Anlagevermögen und bilden einen erheblichen Substanzwert. Für viele Unternehmen sind sie ein wichtiger Hebel, um die Finanzierung größerer Investitionen zu strukturieren. Maßgeblich für die Bewertung solcher Güter sind Nutzungsdauer, Wiederverkaufspotenzial, technischer Zustand und der jeweilige Markt. Vor allem in kapitalintensiven Betrieben lassen sich über spezialisierte Objektfinanzierungen gezielt Mittel sichern, ohne vorhandene Liquidität stark zu binden.

Immobilien können ergänzend als Sicherheit dienen, werden im Rahmen von Asset Based Finance aber häufig in eigenständigen Immobilienfinanzierungen strukturiert. Wichtig ist eine belastbare Bewertung und klare grundbuchliche Absicherung.

Auch immaterielle Wirtschaftsgüter wie Markenrechte, Softwarelizenzen oder Schutzrechte können unter bestimmten Voraussetzungen als Sicherheiten eingebracht werden. Voraussetzung ist eine nachvollziehbare Bewertung ihres Marktwerts, etwa durch Lizenzeinnahmen oder vergleichbare Transaktionen, und eine klare Rolle im Geschäftsmodell. Je besser sich wirtschaftlicher Nutzen und Verwertbarkeit belegen lassen, desto höher ist ihr potenzieller Beitrag zur Finanzierung.

Wie funktioniert Asset Based Lending in der Praxis?

Im täglichen Einsatz zeigt sich die Stärke von Asset Based Lending. Die Finanzierung orientiert sich an Ihrer aktuellen Betriebssituation und wird über eine revolvierende Kreditlinie bereitgestellt. Der verfügbare Betrag richtet sich nach dem Wert der eingebrachten Sicherheiten und wird regelmäßig überprüft. Ähnlich wie bei einem Kontokorrentkredit verändert sich der nutzbare Rahmen, wenn sich Zahlungseingänge oder Bestände verändern.

Wenn zum Beispiel offene Kundenforderungen von 400.000 auf 300.000 Euro sinken, reduziert sich auch die verfügbare Kreditlinie. Umgekehrt steigt sie, wenn der Lagerbestand zunimmt oder neue Forderungen entstehen. So lässt sich die betriebliche Liquidität eng an der Entwicklung von Forderungen und Lagerbeständen ausrichten und gezielt steuern.

Gerade in Phasen mit erhöhtem Materialbedarf oder saisonalen Schwankungen bietet Asset Based Lending spürbare Vorteile im laufenden Geschäft. Die dynamische Struktur sorgt dafür, dass Sie in der Regel nur so viel Fremdkapital nutzen, wie tatsächlich erforderlich ist, und gleichzeitig kurzfristige Spielräume erhalten. Das unterstützt eine effiziente Mittelverwendung und verbessert die Reaktionsgeschwindigkeit auf Veränderungen in Auftragslage oder Beschaffung.

Gerade in Phasen mit erhöhtem Materialbedarf oder saisonalen Schwankungen bietet Asset Based Lending spürbare Vorteile im laufenden Geschäft. Die dynamische Struktur sorgt dafür, dass Sie in der Regel nur so viel Fremdkapital nutzen, wie tatsächlich erforderlich ist, und gleichzeitig kurzfristige Spielräume erhalten.

Fabian Alber Team Lead Sales

Revolvierende Strukturen und Kreditrahmen

Steigen Auftragslage, Lagerbestand oder Forderungen, wächst in der Regel auch Ihr Kreditlimit. Sinkt der Wert der Sicherheiten, reduziert sich der Rahmen entsprechend. Diese regelmäßige Neubewertung passt den verfügbaren Kreditrahmen automatisch an die Entwicklung Ihres Unternehmens beziehungsweise an den aktuellen Wert der Sicherheiten an, ohne dass hierfür jeweils ein neuer Antrag gestellt werden muss.

Das Prinzip ähnelt einem revolvierenden Kredit oder Kontokorrentrahmen. Sie greifen auf genau die Mittel zu, die Sie aktuell benötigen, und können Zahlungsziele von Kunden oder eigene Einkaufsbedingungen besser überbrücken. Dadurch entsteht finanzielle Beweglichkeit im Tagesgeschäft und eine klarere Planungssicherheit für die kurzfristige Liquiditätssteuerung.

Weil Sie im Idealfall nur das in Anspruch nehmen, was operativ notwendig ist, bleiben die Zinskosten im Blick und lassen sich besser steuern. Die Kombination aus Flexibilität, laufender Anpassung an den Sicherheitenwert und nutzungsabhängiger Verzinsung erleichtert eine strukturierte Liquiditätsplanung.

Vorschussraten und Risikoabsicherung

Wie viel Liquidität sich aus den Sicherheiten ableiten lässt, hängt von deren Qualität und Risikoeinstufung ab. Je nach Risikoklasse bewegen sich die Vorschussraten beim Asset Based Lending typischerweise zwischen 70 und 90 Prozent. Besonders liquide Vermögenswerte wie kurzfristige Forderungen oder gut handelbare Warenbestände ermöglichen in der Regel höhere Beleihungsgrenzen.

Bei einem Forderungsbestand von 500.000 Euro können damit zum Beispiel bis zu 450.000 Euro als Kreditlinie möglich sein. Das Verhältnis zwischen Sicherheitenwert und Auszahlungsrahmen, auch als Loan to Value bezeichnet, liegt häufig bei etwa 80 Prozent. Dieser Wert wird regelmäßig geprüft und angepasst, wenn sich die Werthaltigkeit der Sicherheiten verändert.

Zur Risikoabsicherung bewerten Finanzierer die eingebrachten Assets bewusst konservativ. Überfällige Forderungen oder schwer verkäufliche Lagerbestände werden typischerweise mit Abschlägen versehen oder ganz ausgeschlossen. Dadurch sinkt automatisch der Finanzierungsrahmen. So bleibt das Verhältnis zwischen verfügbarem Kreditspielraum und tragfähiger Rückführung stabil, nachvollziehbar und transparent.

Einsatzmöglichkeiten für KMU

Wenn ein größerer Auftrag ansteht oder der Materialbedarf kurzfristig steigt, kommt Asset Based Lending häufig bei der Auftragsvorfinanzierung zum Einsatz. Ihr Unternehmen kann schnell auf freie Mittel zugreifen, um Rohstoffe einzukaufen oder Dienstleister beauftragen, ohne auf langwierige Kreditprozesse angewiesen zu sein. Auch bei Wachstumsvorhaben lässt sich flexibler reagieren, zum Beispiel wenn ein neuer Standort vorbereitet wird oder die Serienfertigung einer Produktlinie startet und Sie zusätzliches Expansionskapital benötigen.

Stehen größere Investitionen an, etwa beim Maschinenpark oder bei einem Objektvorhaben, ist auch die Investitionsfinanzierung über vorhandene Maschinen oder Wirtschaftsgüter möglich. Das schafft neue Handlungsspielräume, gerade wenn klassische Bankfinanzierungen durch Ratingvorgaben oder Kapitaldienstgrenzen eingeschränkt sind. Entsteht in Projekten kurzfristiger Kapitalbedarf, lässt sich dieser über eine passende Zwischenfinanzierung ausgleichen. Das ermöglicht eine planbare Überbrückung, die sich an der Laufzeit des jeweiligen Vorhabens orientiert.

Vorfinanzierung von Projekten, Wareneinkauf oder Expansion

Asset Based Lending (ABL) eignet sich besonders für die operative Vorfinanzierung und die Begleitung von Wachstumsschritten. Liegt ein Auftrag vor, aber die erforderliche Liquidität fehlt, entsteht schnell eine Lücke in der Zahlungsfähigkeit. Gerade wenn Kunden erst nach 60 oder 90 Tagen zahlen, entsteht ein spürbarer Liquiditätsbedarf in der Zwischenzeit. Mit Asset Based Lending lässt sich die Projektfinanzierung dennoch solide strukturieren, etwa über vorhandene Forderungen oder Lagerbestände.

Auch beim Material- oder Wareneinkauf bietet ABL den nötigen finanziellen Spielraum. Wenn Lieferanten auf Vorkasse bestehen oder größere Abnahmemengen zu besseren Konditionen führen, kann der Zugang zu kurzfristiger Liquidität entscheidend sein. So sichern Sie Ihre Lieferfähigkeit, bleiben operativ steuerungsfähig und vermeiden Engpässe im Tagesgeschäft.

Geht es um die nächste Wachstumsstufe, zum Beispiel die Eröffnung eines neuen Standorts, unterstützt Asset Based Lending dabei, über vorhandene Vermögenswerte flexibles Kapital bereitzustellen. Selbst wenn die Bonitätskennzahlen nicht in allen Phasen optimal sind, lassen sich Investitionen realisieren, die direkt zum Umsatzwachstum und zur Stärkung der Ertragskraft beitragen.

Verbindung zu anderen Finanzierungsarten

In vielen Fällen erzeugt erst die Kombination mehrerer Finanzierungslösungen die nötige Flexibilität. Ein durchdachter Finanzierungsmix setzt dort an, wo klassische Einzelmodelle an Grenzen stoßen. Gerade die Verbindung von Asset Based Lending mit Factoring kann sinnvoll sein, wenn Sicherheiten wie Maschinen oder Lagerbestände zur Verfügung stehen und gleichzeitig offene Forderungen in Liquidität umgewandelt werden sollen. Diese Finanzierungskombination entlastet Ihre Bilanz und erweitert Ihren finanziellen Handlungsspielraum.

Im Handwerk, wo Leistungen häufig in Vorleistung erbracht werden, hilft Factoring, um Außenstände zügig zu überbrücken. Auch in der Gesundheitsbranche wie z. B. bei Zahnärzten, kann dieses Modell greifen und sorgt für regelmäßige Mittelzuflüsse, wenn Patientenrechnungen über längere Zeiträume offen bleiben.

Zusätzliche Wirkung entfaltet eine Einkaufsfinanzierung, die bei der Materialbeschaffung Zahlungsziele von bis zu 360 Tagen ermöglicht. Besonders in wachsenden Betrieben unterstützt diese Lösung dabei, größere Mengen zu marktgerechten Konditionen einzukaufen, ohne kurzfristig eigene Liquidität zu binden. So bleibt Ihr Working Capital und damit Ihre kurzfristige Zahlungsfähigkeit stabil, auch wenn das Tagesgeschäft schwankt oder neue Aufträge hinzukommen.

Vorteile und Herausforderungen von Asset Based Lending

Ein starker Effekt von Asset Based Lending zeigt sich vor allem dann, wenn schnelle Handlungsspielräume erforderlich sind. Ihre Sicherheiten bilden die Grundlage für die Finanzierung. Das bedeutet für Sie: Auch bei schwächerer Bonität können Mittel schneller und zu wettbewerbsfähigen Konditionen bereitgestellt werden, wenn der Wert Ihrer Vermögensgegenstände überzeugt. Im Vergleich zu klassischen Bankdarlehen verkürzen sich die Genehmigungszeiten spürbar, da der Fokus stärker auf direkt nutzbaren Aktiva liegt und die Bonitätsprüfung zielgerichteter erfolgen kann.

Damit der Finanzierungsspielraum dauerhaft erhalten bleibt, muss der aktuelle Wert Ihrer Sicherheiten regelmäßig überprüft und sauber dokumentiert werden. Das beeinflusst Ihren verfügbaren Kreditrahmen, insbesondere dann, wenn Lagerbestände oder Forderungen deutlich schwanken. Unternehmen, die über eine vorausschauende Liquiditätsplanung und ein aktives Risikomanagement verfügen, können solche Veränderungen gut auffangen und die Flexibilität von Asset Based Lending gezielt nutzen.

DFKP-Tipp

Setzen Sie Asset Based Lending gezielt ein, wenn Sie kurzfristig Liquidität benötigen und über werthaltige Sicherheiten verfügen. Stellen Sie sicher, dass Forderungen, Lagerbestände und Anlagen regelmäßig bewertet und transparent dokumentiert sind, damit Ihr Kreditrahmen stabil bleibt und flexibel genutzt werden kann.

Für wen eignet sich Asset Based Lending besonders?

Wenn im Lager viel Kapital gebunden ist oder offene Rechnungen den Liquiditätszufluss verzögern, kann Asset Based Lending der passende Hebel sein. Diese Finanzierungsstrategie richtet sich vor allem an Unternehmen mit schwankenden Einnahmen, etwa durch Saisongeschäfte oder projektbezogene Zahlungsziele. Entscheidend ist, dass wirtschaftlich nutzbare Sicherheiten vorhanden sind, die sich kurzfristig in Liquidität umwandeln lassen.

Zur Zielgruppe zählen insbesondere wachstumsorientierte Betriebe, deren Bonität im klassischen Kreditverfahren an Grenzen stößt oder durch Investitionen und starkes Wachstum belastet ist. Dazu gehören junge, wachstumsorientierte KMU ohne mehrere belastbare Jahresabschlüsse ebenso wie mittelständische Spezialisten mit vollen Auftragsbüchern, aber knappen Eigenmitteln. Auch Unternehmen in spezialisierten Nischen profitieren von dem stärker sicherheitenorientierten Ansatz, wenn ihre Branchensituation durch Standardratings nur unzureichend abgebildet wird.

In der Praxis zeigt sich ein wachsender Bedarf von KMU nach flexibler Kapitalverfügbarkeit, insbesondere dann, wenn trotz guter Geschäftslage klassische Finanzierungslinien weitgehend ausgeschöpft sind. Asset Based Lending verschafft zusätzlichen finanziellen Handlungsspielraum und ermöglicht, vorhandene Vermögenswerte gezielt für die Unternehmensfinanzierung nutzbar zu machen.

Alternative Finanzierungen mit ähnlicher Logik

Wer weitere Bausteine im Finanzierungsmix sucht, stößt schnell auf andere Formen der alternativen Unternehmensfinanzierung mit ähnlicher Logik. Finetrading eignet sich, wenn Vorräte oder Saisonwaren beschafft werden müssen und Lieferanten kurze Zahlungsziele setzen. Für kurzfristige Liquidität sorgt Factoring, indem offene Forderungen zügig in Zahlungsmittel umgewandelt werden. Wenn Maschinen oder Fahrzeuge finanziert werden sollen, kommt eine Objektfinanzierung infrage. Die Besicherung erfolgt dabei direkt über das finanzierte Objekt. Das entspricht in der Grundlogik den Prinzipien von Asset Based Finance, wie sie auch in der Maschinenfinanzierung genutzt werden.

Viele Unternehmen kombinieren heute gezielt mehrere Produkte zu einer strukturierten Finanzierungslösung. Einkaufsfinanzierung, Factoring oder Mietkauf lassen sich so aufeinander abstimmen, dass eine kombinierte Finanzierungsstruktur entsteht, die sich an Bedarf, Kapitaldienstgrenze und Sicherheitenstruktur orientiert. Die dahinterliegende Logik folgt den Grundprinzipien von Asset Based Finance: Die Werthaltigkeit der eingesetzten Vermögenswerte bestimmt maßgeblich den Finanzierungsspielraum und verschafft zusätzlichen Freiraum, wenn klassische Finanzierungen an Grenzen stoßen.

Häufig gestellte Fragen zu Asset Based Lending

Asset Based Lending ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, bei der bestehende Vermögenswerte wie Forderungen, Lagerbestände oder Maschinen als Sicherheiten dienen, um eine Kreditlinie zu erhalten. Im Unterschied zu klassischen Krediten steht nicht allein die Bonität im Mittelpunkt, sondern vor allem der wirtschaftlich realisierbare Wert dieser Vermögenswerte. Diese Finanzierungsform eignet sich insbesondere für Unternehmen mit schwankenden Einnahmen oder erhöhtem kurzfristigem Kapitalbedarf.


Grundlage für Asset Based Lending sind werthaltige, mobilisierbare Vermögenswerte. Dazu zählen offene Kundenforderungen, Lagerbestände, Maschinen, Fahrzeuge oder auch Markenrechte. Besonders gut eignen sich liquide Werte wie gut dokumentierte Forderungen oder schnell drehende Handelswaren. Produktionsanlagen oder Maschinen können zusätzlich über eine Objektfinanzierung in die Struktur eingebunden werden. Entscheidend ist, dass Bewertung und Verwertbarkeit der Sicherheiten transparent und nachvollziehbar sind.


Im Tagesgeschäft wird Asset Based Lending in der Regel als revolvierende Kreditlinie strukturiert. Der Kreditrahmen orientiert sich dabei laufend am Wert der hinterlegten Sicherheiten, zum Beispiel wenn Lagerbestände wachsen oder neue Forderungen entstehen. Auf diese Weise erhalten Unternehmen genau den finanziellen Spielraum, den sie aktuell benötigen. Anpassungen des Kreditlimits sind mit überschaubarem Zusatzaufwand möglich, ohne dass für jede Veränderung ein neuer klassischer Ratenkredit beantragt werden muss.


Asset Based Lending ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen interessant, die über kurzfristig nutzbare Vermögenswerte verfügen, deren Bonitätskennzahlen jedoch nicht in jeder Phase alle Anforderungen klassischer Kredite erfüllen. Typische Anwendungsfelder sind Saisongeschäfte, wachstumsbedingter Kapitalbedarf oder die Vorfinanzierung größerer Aufträge. Auch Start-ups und Spezialisten in Nischenmärkten können profitieren, sofern bereits werthaltige Assets vorhanden sind und Planungssicherheit gefragt ist, klassische Finanzierungslösungen jedoch an Grenzen stoßen.


Klassische Betriebsmittelkredite hängen stark von Bilanzkennzahlen, Rating und Kapitaldienstfähigkeit ab. Beim Asset Based Lending steht dagegen die Verwertbarkeit der eingebrachten Vermögenswerte im Vordergrund. Die Kreditlinie wird dynamisch an den Sicherheitenwert geknüpft und regelmäßig überprüft. Das schafft mehr Flexibilität, insbesondere bei schwankenden Umsätzen oder laufenden Investitionen, und erweitert den Finanzierungsspielraum, wenn traditionelle Kreditlinien begrenzt sind.

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