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Degressive Abschreibung: Strategische Vorteile für KMU

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Die degressive Abschreibung eröffnet kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, Investitionen flexibel und strategisch zu berücksichtigen. Da sie auf dem jeweiligen Restbuchwert basiert, erlaubt sie insbesondere in den ersten Jahren vergleichsweise hohe Abschreibungsbeträge. Auf diese Weise lassen sich Liquidität gezielt verbessern und finanzielle Spielräume für neue Vorhaben schaffen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die degressive Abschreibung, einschließlich der Anwendung im Immobilienbereich, Ihre Finanzplanung nachhaltig stärken kann.

  • Steuerliche Entlastung zu Beginn der Investition: Die degressive Abschreibung ermöglicht in den ersten Jahren deutlich höhere Abschreibungsbeträge als die lineare Methode und senkt damit spürbar den steuerpflichtigen Gewinn. Das stärkt indirekt die Liquidität und verschafft Unternehmen gerade in kapitalintensiven Phasen finanziellen Spielraum.
  • Strategisches Instrument statt reine Rechenmethode: Sowohl bei Maschinen als auch bei Wohnimmobilien entfaltet die degressive AfA ihren vollen Nutzen erst im Zusammenspiel mit Finanzierungsstruktur, Investitionszielen und Ertragslage. Insbesondere durch den zulässigen Wechsel zur linearen Abschreibung lässt sich der Abschreibungsverlauf gezielt optimieren.
  • Relevanz für Immobilien und KMU: Für neu errichtete vermietete Wohngebäude (§ 7 Abs. 5a EStG) sowie für wachstumsorientierte KMU bietet die degressive Abschreibung attraktive Anreize. Wer Bemessungsgrundlage, Rechtslage und Timing korrekt berücksichtigt, kann Eigenkapitalbindung reduzieren und Finanzierungsspielräume nachhaltig sichern.

Einführung in die degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung ist eine Methode zur Verteilung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Vermögensgegenständen. Im Unterschied zur linearen Abschreibung, bei der jährlich ein gleichbleibender Betrag angesetzt wird, erfolgt die Berechnung hier prozentual vom jeweiligen Restbuchwert. Dadurch entstehen in den ersten Jahren nach der Investition höhere Abschreibungsbeträge.

Für Unternehmen bedeutet das eine stärkere steuerliche Entlastung in der Anfangsphase einer Investition. Die Abschreibung selbst ist nicht zahlungswirksam, sie mindert jedoch den steuerpflichtigen Gewinn und kann so die Liquidität indirekt schonen. Gerade bei kapitalintensiven Investitionen unterstützt die degressive Abschreibung eine vorausschauende Finanzplanung und schafft zusätzlichen Handlungsspielraum für weiteres Wachstum.

Im Unterschied zur linearen Abschreibung, bei der jährlich ein gleichbleibender Betrag angesetzt wird, erfolgt die Berechnung bei degressiver Abschreibung prozentual vom jeweiligen Restbuchwert. Dadurch entstehen in den ersten Jahren nach der Investition höhere Abschreibungsbeträge.

Martin Junker Leiter Leasing

Unterschiede zwischen degressiver und linearer Abschreibung

Für Unternehmen ist die Wahl der passenden Abschreibungsmethode ein relevanter Bestandteil der Investitions- und Finanzplanung. Bei der linearen Abschreibung wird jährlich ein gleichbleibender Betrag angesetzt. Das sorgt für konstante Aufwände und eine hohe Planbarkeit über die gesamte Nutzungsdauer.

Die degressive Abschreibung basiert hingegen auf einem festen Prozentsatz des jeweiligen Restbuchwerts. Dadurch fallen die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren höher aus und sinken im Zeitverlauf. Das führt insbesondere zu Beginn einer Investition zu einer stärkeren Gewinnminderung und damit zu einer höheren steuerlichen Entlastung. Der Liquiditätseffekt entsteht indirekt durch geringere Steuerzahlungen.

Während die lineare Abschreibung für Stabilität und Transparenz steht, ermöglicht die degressive Methode eine stärkere steuerliche Entlastung in der Anfangsphase. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von den Investitionszielen, der Ertragslage und der geplanten Liquiditätsentwicklung ab.

Berechnung und Praxisbeispiele der degressiven Abschreibung

Die degressive Abschreibung wird berechnet, indem ein gesetzlich zulässiger Prozentsatz auf den jeweiligen Restbuchwert angewendet wird. Im Unterschied zur linearen Methode sinkt die Bemessungsgrundlage jährlich, da sie sich am verbleibenden Buchwert orientiert. Dadurch entstehen in den ersten Jahren höhere Abschreibungsbeträge.

Praxisbeispiel: Sie erwerben eine Produktionsmaschine für 165.000 Euro mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von neun Jahren. Wird ein nach aktueller Gesetzeslage zulässiger Abschreibungssatz von beispielsweise 20 Prozent angewendet, beträgt die Abschreibung im ersten Jahr 33.000 Euro. Im zweiten Jahr erfolgt die Berechnung auf Basis des reduzierten Restbuchwerts.

Der steuerliche Effekt liegt in einer stärkeren Gewinnminderung zu Beginn der Nutzungsdauer. Dadurch sinkt die Steuerlast in den ersten Jahren. Die Abschreibung selbst ist nicht zahlungswirksam, sie verbessert jedoch die Liquidität indirekt durch geringere Steuerzahlungen.

Degressive Abschreibung: Beispiel für Maschinen

Bei Investitionen in Maschinen mit hohem Kapitaleinsatz kann die degressive Abschreibung die Anfangsbelastung deutlich reduzieren. Höhere Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren stärken die Innenfinanzierungskraft und können die Kapitaldienstfähigkeit positiv beeinflussen.

In Kombination mit einer strukturierten Maschinenfinanzierung lassen sich steuerliche Effekte und Fremdkapital strategisch aufeinander abstimmen. So entsteht finanzieller Spielraum, ohne die Liquiditätsplanung aus dem Blick zu verlieren. Gerade für wachstumsorientierte Unternehmen ist diese Abstimmung ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Investitionsstrategie.

Degressive Abschreibung für Immobilien

Mit dem Wachstumschancengesetz wurde die degressive Abschreibung für neu errichtete Wohngebäude wieder eingeführt (§ 7 Abs. 5a EStG). Sie gilt für Bauvorhaben, mit deren Herstellung zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029 begonnen wurde. Begünstigt sind vermietete Wohnimmobilien.

Die Abschreibung erfolgt mit einem festen Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert. Dadurch entstehen in den ersten Jahren höhere Abschreibungsbeträge als bei der linearen AfA. Das führt zu einer stärkeren Gewinnminderung in der Anfangsphase und damit zu einer spürbaren steuerlichen Entlastung.

Wichtig ist die korrekte Bemessungsgrundlage: Abschreibbar ist ausschließlich der Gebäudeanteil, nicht der Grundstückswert. Bei einem Objekt mit einem Gesamtkaufpreis von 1.000.000 Euro ist daher eine sachgerechte Aufteilung erforderlich, um die tatsächlichen Abschreibungspotenziale zu ermitteln.

Für Investoren mit vermieteten Wohnimmobilien kann die degressive AfA die Eigenkapitalbindung reduzieren und die Liquiditätsplanung in den ersten Jahren verbessern. Voraussetzung ist eine saubere steuerliche und finanzwirtschaftliche Strukturierung.

DFKP-Tipp

Prüfen Sie die degressive Abschreibung gezielt bei neuen Investitionen in vermietete Wohnimmobilien, um in den ersten Jahren von steuerlichen Entlastungen und verbesserter Liquidität zu profitieren. Achten Sie dabei auf eine korrekte Aufteilung von Gebäude- und Grundstückswert sowie auf eine saubere steuerliche Strukturierung, um das Abschreibungspotenzial optimal auszuschöpfen.

Steuerliche Vorteile und Anwendung

Die degressive Abschreibung ermöglicht es, in den ersten Jahren einer Investition höhere Abschreibungsbeträge anzusetzen, sofern ein gesetzlich zulässiger Prozentsatz angewendet werden darf. Dadurch reduziert sich der steuerpflichtige Gewinn zu Beginn der Nutzungsdauer stärker als bei einer linearen Verteilung über die gesamte Laufzeit.

Beispiel: Ein Unternehmen investiert 500.000 Euro in neue Maschinen. Bei Anwendung der degressiven Methode fällt der Abschreibungsbetrag im ersten Jahr höher aus als bei einer gleichmäßigen linearen Abschreibung. Die unmittelbare Folge ist eine geringere Steuerbelastung. Der Liquiditätseffekt entsteht indirekt durch niedrigere Steuerzahlungen.

Für die Praxis bedeutet das: Die Innenfinanzierungskraft wird in der Anfangsphase gestärkt. Das kann die Kapitaldienstfähigkeit verbessern und zusätzlichen Spielraum für weitere Investitionen schaffen. Voraussetzung ist, dass die Abschreibungsmethode zur Ertragslage, Investitionsstrategie und Finanzierungsstruktur des Unternehmens passt. In diesem Kontext ist die degressive Abschreibung ein strategisches Instrument der steuerlichen und finanzwirtschaftlichen Planung.

Strategische Nutzung und Wechsel zur linearen Abschreibung

Die degressive Abschreibung kann durch einen Wechsel zur linearen Methode ergänzt werden. Ein solcher Wechsel ist steuerlich zulässig, jedoch nur von degressiv zu linear. Ziel ist es, den Abschreibungsverlauf zu optimieren und die steuerliche Wirkung an die Ertrags- und Liquiditätsplanung anzupassen.

Die degressive Abschreibung kann durch einen Wechsel zur linearen Methode ergänzt werden. Ein solcher Wechsel ist steuerlich zulässig, jedoch nur von degressiv zu linear. Ziel ist es, den Abschreibungsverlauf zu optimieren und die steuerliche Wirkung an die Ertrags- und Liquiditätsplanung anzupassen.

Martin Junker Leiter Leasing

Sinnvoll ist der Wechsel regelmäßig dann, wenn der lineare Abschreibungsbetrag auf Basis des Restbuchwerts höher ist als der fortgeführte degressive Betrag. Ab diesem Zeitpunkt führt die lineare Methode zu einer stärkeren jährlichen Gewinnminderung. Ein pauschaler Zeitpunkt lässt sich nicht festlegen, da Nutzungsdauer, Abschreibungssatz und Investitionsvolumen maßgeblich sind.

Gerade bei Immobilieninvestitionen kann diese Umstellung Teil einer langfristigen Steuerstrategie sein. In Verbindung mit Gestaltungsmodellen wie einem Mietkauf lassen sich Investitionszeitpunkt, Abschreibungsverlauf und Finanzierungsstruktur aufeinander abstimmen. Entscheidend ist eine integrierte Betrachtung von Steuerwirkung, Eigenkapitalbindung und Kapitaldienstfähigkeit.

Langfristig ermöglicht der methodische Wechsel eine planbare Restwertverteilung bis zum Ende der Nutzungsdauer. In Kombination mit einer bilanziell konservativen Bewertung und der gezielten Nutzung von stillen Reserven kann dies die Eigenkapitalquote stabilisieren und Finanzierungsspielräume sichern.

Praktische Überlegungen für Unternehmen

Die Kombination aus degressiver und später linearer Abschreibung ist ein Instrument der strukturierten Investitionsplanung. Zu Beginn steht die stärkere steuerliche Entlastung, im weiteren Verlauf die gleichmäßige Verteilung des Restbuchwerts. Dadurch lässt sich die Steuerlast über den gesamten Lebenszyklus eines Vermögensgegenstands steuern.

Für Unternehmen ist dabei insbesondere die Kapitaldienstfähigkeit relevant. Abschreibungsbedingte Steuerentlastungen wirken sich indirekt auf den operativen Cashflow aus und können Kennzahlen wie den Debt Service Coverage Ratio (DSCR) positiv beeinflussen. Voraussetzung ist eine vorausschauende Planung, die Investition, Abschreibung und Finanzierung konsistent miteinander verzahnt.

Finanzielle Anreize und Vorteile für KMU

Für kleine und mittlere Unternehmen ist die degressive Abschreibung vor allem ein Instrument zur gezielten Steuerung der Steuerlast in der Investitionsphase. Durch höhere Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren sinkt der steuerpflichtige Gewinn stärker als bei der linearen Methode. Die daraus resultierende Steuerersparnis wirkt sich indirekt positiv auf die Liquidität aus.

Gerade bei wachstumsorientierten KMU stärkt dies die Innenfinanzierungskraft in einer Phase mit häufig erhöhtem Kapitalbedarf. Die verbesserte Liquiditätslage kann die Kapitaldienstfähigkeit erhöhen und Kennzahlen wie den Debt Service Coverage Ratio (DSCR) stabilisieren. Das schafft Spielraum für weitere Investitionen oder die Absicherung bestehender Finanzierungen.

Ob Maschinen, Digitalisierung oder Gewerbeimmobilien: Eine vorausschauende Kombination aus Abschreibungsmethode und Finanzierungsstruktur unterstützt eine ausgewogene Eigenkapitalbindung. In wirtschaftlich volatilen Zeiten trägt dies dazu bei, Finanzierungsspielräume zu sichern und unternehmerische Handlungsfähigkeit zu erhalten.

DFKP-Tipp

Nutzen Sie die degressive Abschreibung gezielt, um Ihre Steuerlast in investitionsintensiven Phasen zu reduzieren und Ihre Liquidität zu stärken. Stimmen Sie Abschreibungsmethode und Finanzierungsstruktur aufeinander ab, um Ihre Kapitaldienstfähigkeit zu stabilisieren und zusätzliche Investitionsspielräume zu schaffen.

Häufig gestellte Fragen zur degressiven Abschreibung

Die degressive Abschreibung wird berechnet, indem ein gesetzlich zulässiger Prozentsatz auf den Restbuchwert des jeweiligen Vorjahres angewendet wird. Da sich die Bemessungsgrundlage jährlich reduziert, fallen die Abschreibungsbeträge zu Beginn höher aus und nehmen im Zeitverlauf ab. Der Effekt auf die Liquidität entsteht indirekt über geringere Steuerzahlungen, da der steuerpflichtige Gewinn in den ersten Jahren stärker gemindert wird.


Ja, für bestimmte neu errichtete Wohngebäude ist die degressive Abschreibung nach § 7 Abs. 5a EStG möglich. Voraussetzung ist unter anderem, dass mit der Herstellung im gesetzlich festgelegten Zeitraum begonnen wurde und die Immobilie entgeltlich zu Wohnzwecken überlassen wird. Die Abschreibung erfolgt auf den Gebäudeanteil, nicht auf den Grundstückswert. Dadurch können sich in den ersten Jahren höhere steuerliche Entlastungen ergeben.


Bei der linearen Abschreibung wird der Anschaffungs- oder Herstellungswert gleichmäßig über die Nutzungsdauer verteilt. Die degressive Abschreibung hingegen arbeitet mit einem festen Prozentsatz auf den jeweiligen Restbuchwert. Dadurch entstehen höhere Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren und niedrigere in späteren Perioden. Der Unterschied liegt somit im zeitlichen Verlauf der Gewinnminderung.

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