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Delkredererisiko verstehen und minimieren – So schützen Sie Ihr Unternehmen

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Wenn Kunden ihre Rechnungen nur verspätet oder gar nicht begleichen, kann das weitreichende Folgen für kleine und mittlere Unternehmen haben. Das sogenannte Delkredererisiko bezeichnet das finanzielle Risiko eines Forderungsausfalls, ein Thema, das viele Geschäftsführende erst dann ernst nehmen, wenn es zu spät ist. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie dieses Risiko frühzeitig einschätzen, rechtlich absichern und mithilfe sinnvoller Maßnahmen wie Factoring Zahlungsausfälle verhindern können.

  • Delkredererisiko verstehen: Zahlungsausfälle einzelner Kunden können schnell Liquidität, Bonität und Wachstumspläne gefährden. Insbesondere wer mit langen Zahlungszielen arbeitet, muss dieses Risiko aktiv auf dem Radar haben.
  • Prävention durch strukturiertes Forderungsmanagement: Klare Zahlungsziele, konsequentes Credit Management, Bonitätsprüfungen und rechtssichere Verträge senken das Ausfallrisiko deutlich und machen Cashflows planbarer.
  • Risikotransfer mit professionellen Absicherungsinstrumenten: Factoring, Warenkreditversicherung und Bürgschaften ermöglichen es, Delkredererisiken gezielt auszulagern, Bilanzkennzahlen zu stärken und die eigene Verhandlungsposition gegenüber Banken zu verbessern.

Was ist das Delkredererisiko?

Wenn ein Kunde eine Rechnung nicht bezahlt, kann das für Unternehmen schnell zu einem finanziellen Problem werden. Das Delkredererisiko beschreibt das Risiko eines Forderungsausfalls, weil der Schuldner zahlungsunfähig ist, nicht zahlen will oder stark verzögert zahlt. Besonders relevant ist dieses Risiko bei Rechnungen mit Zahlungszielen über 30 oder 90 Tagen, da das Forderungsausfallrisiko mit der Laufzeit deutlich steigt.

Betroffen sind vor allem Unternehmen, die hohe Außenstände aufweisen oder projektbezogen abrechnen, etwa im Baugewerbe, im Großhandel oder bei technischen Dienstleistungen. Ein Zahlungsausfall eines größeren Kunden kann schnell zu einem Liquiditätsengpass führen. Im ungünstigsten Fall entsteht ein kompletter Forderungsausfall. Wer mit längeren Zahlungsfristen arbeitet, sollte daher gezielt vorsorgen und offene Posten eng überwachen.

Ein Zahlungsausfall eines größeren Kunden kann schnell zu einem Liquiditätsengpass führen. Im ungünstigsten Fall entsteht ein kompletter Forderungsausfall. Wer mit längeren Zahlungsfristen arbeitet, sollte daher gezielt vorsorgen und offene Posten eng überwachen.

Fabian Alber Team Lead Sales

Delkredere Definition und Abgrenzung

Nicht jede Forderung ist automatisch abgesichert. Beim Delkredere übernimmt eine dritte Partei vertraglich die Haftung, falls ein Schuldner nicht zahlt. Laut Definition handelt es sich um eine gezielte Risikoübertragung auf einen Dritten, in der Regel gegen Entgelt. Typisch ist die Haftungsübernahme durch spezialisierte Partner wie Factoring-Gesellschaften oder Bürgschaftsgeber, die im Schadensfall einspringen und den offenen Betrag begleichen.

Delkredere bezeichnet damit die vertragliche Haftungsübernahme, während das Delkredererisiko das zugrunde liegende Risiko des Forderungsausfalls beschreibt. Bleibt eine Delkredere-Vereinbarung aus, trägt das Unternehmen das volle Delkredererisiko selbst. Das Risiko eines Zahlungsausfalls liegt dann vollständig beim Gläubiger, der auf die fristgerechte Begleichung angewiesen ist. Eine klare vertragliche Grundlage schafft Sicherheit, sorgt für transparente Haftungsregelungen und stärkt die aktive Zahlungssicherung, insbesondere bei größeren Projekten oder Kunden mit längeren Zahlungszielen.

Delkredere Bedeutung für Ihr Unternehmen

Offene Forderungen, die nicht beglichen werden, haben unmittelbare finanzielle Folgen. Sobald Zahlungen ausbleiben, geraten Liquidität, bestehende Investitionspläne und Ihre Finanzierungsstruktur unter Druck. Zudem kann sich die Bewertung Ihrer Kreditwürdigkeit verschlechtern, was sich direkt auf künftige Finanzierungsgespräche und Konditionen auswirkt.

Für kleinere Unternehmen mit geringen Margen ist diese Situation besonders kritisch. Wenn ein größerer Betrag ausfällt, entsteht schnell ein wesentliches Liquiditäts- und Geschäftsrisiko. Laufende Kosten lassen sich womöglich nicht mehr vollständig decken, Wachstumsprojekte werden verschoben oder gestoppt, und Banken reagieren häufig mit gekürzten oder verteuerten Kreditlinien.

Angesichts der in den letzten Jahren steigenden Insolvenzzahlen wird eine aktive Vorsorge gegen Forderungsausfälle zunehmend wichtiger. Die Bedeutung des Delkredere nimmt damit spürbar zu, insbesondere für mittelständische Betriebe, die ihre Zahlungsströme stabil halten und sich gezielt gegen Zahlungsausfälle absichern möchten.

Besonders in Branchen, in denen Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle häufiger vorkommen, lohnt sich ein genauer Blick auf das eigene Forderungsmanagement als zentralen Hebel zur Begrenzung des Delkredererisikos. Wer zu spät reagiert, riskiert finanzielle Engpässe, die sich durch ein strukturiertes Delkrederemanagement häufig vermeiden oder zumindest abmildern lassen.

Ursachen und Folgen des Delkredererisikos

Oft entsteht ein Zahlungsausfall nicht plötzlich, sondern durch eine Verkettung vermeidbarer Risiken. Wirtschaftliche Turbulenzen wie Auftragsrückgänge oder branchenspezifische Schwankungen treffen Unternehmen besonders dann hart, wenn Kunden vorab nicht sorgfältig geprüft wurden. Auch unternehmensinterne Faktoren wie unklare Zahlungsziele, fehlende Kreditlimits oder lückenhafte Verträge erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsverzug deutlich.

Die Zahlen sprechen für sich. Laut Creditreform kam es in Deutschland im Jahr 2025 zu rund 23.900 Unternehmensinsolvenzen, einem Anstieg von 8,3 Prozent zum Vorjahr. Für kleine und mittlere Unternehmen kann selbst ein einzelner Ausfall große Auswirkungen haben. Fehlende Zahlungseingänge gefährden die eigene Liquidität, verschieben geplante Investitionen oder erschweren neue Finanzierungsrunden.

Eine fundierte Risikoanalyse hilft, die individuellen Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren und dadurch das Delkredererisiko besser zu beherrschen. Wer frühzeitig gegensteuert, verschafft sich mehr Handlungsspielraum und schützt die eigene Finanzstabilität langfristig.

Typische Auslöser für Zahlungsausfälle

Wer im Alltag auf eine gründliche Bonitätsprüfung verzichtet oder sich beim Vertragsabschluss auf Annahmen stützt, geht oft unbewusst ein hohes Forderungsausfallrisiko ein. Gerade bei neuen Kunden fehlen manchmal klare Abläufe, um deren Zahlungsfähigkeit vorab verlässlich einzuschätzen. Zusätzliche Risiken entstehen intern, etwa wenn Zuständigkeiten unklar sind oder das Forderungsmanagement zu spät reagiert. Ohne feste Strukturen kann sich ein einmaliger Fehler schnell zu einer dauerhaften Liquiditätslücke ausweiten.

Neben diesen internen Faktoren spielt auch das Branchenumfeld eine wichtige Rolle. In einigen Branchen ist das Risiko von Zahlungsausfällen besonders hoch. Im Baugewerbe oder Handel wirken sich gestörte Lieferketten, Preiseffekte und Nachfragedruck direkt auf das Zahlungsverhalten aus. Unternehmen, die stark auf einzelne Großkunden setzen, erhöhen zusätzlich ihr Kreditrisiko. Fällt ein solcher Kunde aus, geraten oft mehrere Projekte gleichzeitig ins Wanken. Selbst grundsätzlich stabile Geschäftsmodelle können dadurch erheblich beeinträchtigt werden, wenn die Abhängigkeit von wenigen Kunden zu groß ist.

DFKP-Tipp

Führen Sie verbindliche Bonitätsprüfungen, klare Zahlungsziele und feste Kreditlimits ein – insbesondere bei neuen oder umsatzstarken Kunden. Ergänzen Sie dies durch ein frühzeitiges, standardisiertes Mahnwesen und reduzieren Sie Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden. So begrenzen Sie Delkredererisiken aktiv, stabilisieren Ihre Liquidität und schützen Ihr Unternehmen vor den Folgen einzelner Zahlungsausfälle.

Auswirkungen auf Liquidität und Finanzierung

Wenn ein Kunde nicht zahlt, entsteht schnell ein Loch im Cashflow. Eingeplante Einnahmen bleiben aus, laufende Zahlungen für Miete, Gehälter oder Lieferanten geraten ins Stocken. Besonders kritisch ist die Situation, wenn zeitgleich mehrere große Rechnungen offenbleiben und kein ausreichendes Liquiditätspolster vorhanden ist.

Ein Forderungsausfall wirkt sich zudem direkt auf die Bilanz aus, denn offene Beträge zählen zum Umlaufvermögen. Fällt dieser Anteil weg, verkürzt sich die Bilanzsumme und die Eigenkapitalquote kann sinken. Für Banken und andere Finanzierungspartner ist dies ein wichtiges Signal bei der Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit und der Vergabe zusätzlicher Kreditlinien. Folge können strengere Kreditkonditionen oder geringere Kreditrahmen sein.

Wer diese Entwicklungen frühzeitig abfangen möchte, sollte gezielt an der Vermeidung von Forderungsausfällen arbeiten. Dazu gehören eine klare Risikobewertung der Kunden, professionelles Forderungsmanagement und der Einsatz geeigneter Absicherungsinstrumente im Rahmen eines strukturierten Delkrederemanagements.

Wie lässt sich Forderungsausfall verhindern?

Unternehmen, die Zahlungsausfälle vermeiden möchten, sollten nicht erst reagieren, wenn Rechnungen überfällig sind. Schon vor Vertragsabschluss lassen sich Risiken durch gezielte Kreditkontrolle und realistische Zahlungskonditionen deutlich reduzieren. Sinnvoll sind zum Beispiel Kreditlimits je Kunde oder gestaffelte Zahlungsziele, die Umfang und Fälligkeit der Forderungen klar regeln. Vorauszahlungen bei Neukunden erhöhen die Sicherheit zusätzlich.

Verbindliche Regeln im Umgang mit Zahlungszielen, Skonti und Sicherheiten begrenzen das Delkredererisiko von Beginn an. Ein wichtiger Baustein ist die laufende Bewertung der Kunden, um bei Auffälligkeiten im Zahlungsverhalten zeitnah reagieren zu können. Eine systematische Präventionsstrategie, die fest in den operativen Abläufen verankert ist, senkt das Risiko von Forderungsausfällen und unterstützt verlässliche Zahlungsströme. So lassen sich Ausfälle begrenzen, bevor sie die Liquidität des Unternehmens spürbar belasten.

Eigenes Credit Management

Ein durchdachtes Credit Management hilft, Risiken nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu steuern. Unternehmen, die ihre Kunden segmentieren, Kreditlimits festlegen und Zahlungsziele konsequent überwachen, können Forderungsausfälle wirksam eingrenzen. Kontinuierliche Risikoüberwachung durch interne Ratings oder Ampelsysteme liefern frühzeitig Warnsignale. Maßnahmen zur Sicherung der Forderungen greifen damit nicht erst bei Zahlungsverzug.

Ein klar definierter Mahnprozess mit abgestuften Eskalationsstufen stellt sicher, dass offene Posten zeitnah bearbeitet werden. Eine strukturierte Forderungssteuerung mit festgelegten Kreditlimits, definierten Mahnläufen und klaren Zuständigkeiten stabilisiert die Zahlungsströme und erleichtert die Liquiditätsplanung. Gerade bei größeren Volumina oder längeren Zahlungszielen stärkt dies die Handlungsfähigkeit des Unternehmens, ohne unmittelbar auf zusätzliche Fremdfinanzierung angewiesen zu sein.

Ein professionelles Credit Management wird damit zu einem Bestandteil der Wachstumsstrategie. Es schützt wesentliche Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote und Working Capital, schafft Entscheidungsspielräume und unterstützt eine vorausschauende Investitionsplanung. Gleichzeitig verbessert ein stabiles Forderungsprofil die eigene Kapitaldienstfähigkeit und wirkt sich positiv auf Kreditgespräche und Konditionen aus.

Ein klar definierter Mahnprozess mit abgestuften Eskalationsstufen stellt sicher, dass offene Posten zeitnah bearbeitet werden. Eine strukturierte Forderungssteuerung mit festgelegten Kreditlimits, definierten Mahnläufen und klaren Zuständigkeiten stabilisiert die Zahlungsströme und erleichtert die Liquiditätsplanung.

Fabian Alber Team Lead Sales

Bonitätsprüfung als Präventionsmaßnahme

Bevor Zahlungsziele eingeräumt oder Aufträge bestätigt werden, sollte die wirtschaftliche Situation des potenziellen Geschäftspartners geprüft werden. Ein Creditreform-Index über 300 gilt bei vielen Finanzierungsanbietern als kritisch und kann ein Hinweis auf erhöhtes Delkredererisiko sein. Eine Bonitätsauskunft hilft, Warnsignale wie wiederkehrende Zahlungsschwierigkeiten, negative Ereignisse oder auffällige Kennzahlen früh zu erkennen. So lassen sich Kreditlimits, Sicherheiten und Zahlungsbedingungen gezielt an das Risiko anpassen.

Die laufende Bewertung der Kreditwürdigkeit von Kunden ist Teil eines soliden Risikomanagements. Unternehmen, die die Bonität ihrer Debitoren regelmäßig prüfen und in das Tagesgeschäft integrieren, können rechtzeitig gegensteuern und finanzielle Engpässe besser vermeiden. Besonders bei hohen Einzelengagements oder langfristigen Vertragsbeziehungen trägt eine sorgfältige Bonitätsprüfung dazu bei, planbare Einnahmen sicherzustellen, die eigene Kapitaldienstfähigkeit zu stabilisieren und Finanzierungsspielräume zu sichern.

Vertragsgestaltung mit Schutzfunktion

Wer Ausfallrisiken reduzieren möchte, sollte bereits in der Vertragsgestaltung gezielt vorsorgen. Vereinbarungen wie Vorkasse, Anzahlungen, Eigentumsvorbehalt oder Bürgschaften sind praxistaugliche Instrumente, um Zahlungsrisiken zu begrenzen. Gerade bei neuen Kunden oder größeren Aufträgen schaffen klare und schriftlich fixierte Regelungen zusätzliche Sicherheit.

Mit Kreditlimits, Sicherungsabreden und vertraglich geregelten Delkredere-Vereinbarungen lassen sich finanzielle Spielräume und Haftungsgrenzen besser planen. Alle Maßnahmen entfalten jedoch nur dann ihre Wirkung, wenn sie rechtssicher formuliert, intern verankert und im Tagesgeschäft konsequent angewendet werden. Ein gut strukturiertes Vertragswerk leistet so einen wichtigen Beitrag zur Zahlungssicherung, stabilisiert die Forderungsposition und unterstützt eine verlässliche Liquiditäts- und Finanzierungsplanung.

Factoring als Lösung: Risiko auslagern, Liquidität steigern

Wenn Sie schnell Liquidität benötigen, aber nicht auf Sicherheit verzichten wollen, kann der Forderungsverkauf eine wirksame Option sein. In der Praxis erhalten Unternehmen häufig rund 90 Prozent des Rechnungsbetrags bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Gerade in Phasen schleppender Zahlungseingänge stabilisiert das die Zahlungsfähigkeit und das Working Capital.

Beim echten Factoring trägt nicht mehr Ihr Unternehmen das Delkredererisiko, sondern der Finanzierer. Der Risikotransfer schützt Ihr Unternehmen bei Zahlungsausfällen, unabhängig vom Zahlungsverhalten Ihrer Kunden. Im Factoringvertrag werden Debitorenlimits, Abtretungsbedingungen und Fristen für die Anerkennung eines Forderungsausfalls verbindlich geregelt. Damit wird Ihre Liquiditätsstrategie planbarer, rechtlich abgesichert und besser steuerbar. Gerade in Wachstumsphasen oder bei saisonalen Schwankungen gewinnen Sie zusätzlichen Spielraum und begrenzen zugleich das Risiko von Forderungsausfällen. Das wirkt sich positiv auf Bonität, Kapitaldienstfähigkeit und künftige Finanzierungsgespräche aus.

Was ist echtes und unechtes Factoring?

Ob das Ausfallrisiko abgesichert ist oder nicht, ist der zentrale Unterschied zwischen den beiden wichtigsten Factoringarten. Beim echten Factoring übernimmt der Factor die vertraglich definierte Verantwortung, wenn ein Kunde nicht zahlt. Sie erhalten eine Zahlungsgarantie im Rahmen der vereinbarten Debitorenlimits und Laufzeiten und lagern das Delkredererisiko gezielt aus.

Beim unechten Factoring bleibt das Risiko für Zahlungsausfälle bei Ihrem Unternehmen. Auch wenn Forderungen verkauft werden, erfolgt im Ausfallfall typischerweise eine Rückbelastung an Ihr Unternehmen, das dann selbst für den offenen Betrag einstehen muss.

Zu den Vergütungsbestandteilen beim echten Factoring gehört auch die Delkredereprovision. Sie ist die zusätzliche Vergütung für die Übernahme des Ausfallrisikos und deckt das Risiko ab, dass ein Kunde zahlungsunfähig wird oder nicht zahlt. Die Höhe dieser Provision orientiert sich an der eingeschätzten Risikoqualität. Je nach Bonität der Abnehmer, des Branchenumfelds und der Forderungsstruktur fällt die risikobasierte Kalkulation unterschiedlich aus.

Die Haftungsstruktur muss daher im Factoringvertrag klar und eindeutig formuliert sein. Sie entscheidet darüber, ob und in welchem Umfang das Factoringmodell Ihnen tatsächlich Sicherheit bietet und in welchem Maß sich Ihr Delkredererisiko reduziert.

DFKP-Tipp

Wählen Sie die Factoringart konsequent nach Ihrem Risikoprofil. Wenn Zahlungsausfälle Ihre Liquidität spürbar gefährden würden, priorisieren Sie echtes Factoring, um das Delkredererisiko auszulagern – auch wenn dafür eine Delkredereprovision anfällt. Arbeiten Sie dagegen mit wenigen, sehr bonitätsstarken Kunden, kann unechtes Factoring zur reinen Liquiditätsbeschleunigung ausreichen. Prüfen Sie in jedem Fall die Haftungsregelungen im Vertrag genau, da sie über den tatsächlichen Sicherheitsgewinn entscheiden.

Vorteile für KMU, vor allem im Handwerk oder Gesundheitswesen

Wenn Ihr Unternehmen Projekte bereits fertigstellt, Zahlungen aber erst Monate später eingehen, entsteht schnell eine Liquiditätslücke. Im Handwerk sind baubedingte Verzögerungen und lange Zahlungsziele häufig Alltag. Viele Handwerksbetriebe nutzen Factoring, um Rechnungen direkt nach Ausstellung in kurzfristig verfügbare Liquidität umzuwandeln. Statt auf Zahlungseingänge zu warten, stehen Mittel für Materialeinkauf, Löhne und neue Aufträge zur Verfügung. Die Sofortauszahlung verschafft Handlungsspielraum, stabilisiert den laufenden Betrieb und reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden.

Auch im Gesundheitswesen führt die verzögerte Vergütung durch Krankenkassen und Versicherungen häufig zu Unsicherheit bei Planung und Liquiditätssteuerung. Durch Factoring sichern Arzt- und Zahnarztpraxen ihre Gesundheitsfinanzierung ab und halten ihre Liquidität unabhängig vom Zahlungsverhalten der Kostenträger stabil. Zusätzlich wird das Praxispersonal entlastet, weil Mahnwesen und Abrechnung an spezialisierte Dienstleister übertragen werden können.

In beiden Fällen gilt: Der Verkauf offener Forderungen macht Investitionen planbarer, schützt vor Forderungsausfällen und verbessert wichtige Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote und Working Capital. Gleichzeitig stärkt ein planbarer Cashflow die Kapitaldienstfähigkeit und schafft bessere Voraussetzungen für Kreditlinien, Wachstumsvorhaben und professionelle Finanzierungsstrukturen.

Weitere Absicherungsinstrumente gegen das Delkredererisiko

Neben Factoring sollten weitere Schutzmaßnahmen geprüft werden, um Forderungsausfälle breiter abzusichern. Eine zentrale Option ist die Warenkreditversicherung. Sie springt ein, wenn Kunden nicht zahlen, und sichert das Forderungsausfallrisiko gezielt ab. Je nach vereinbarter Versicherungsprämie übernimmt sie einen vertraglich festgelegten Anteil der offenen Forderung. Vor allem bei Neukunden, größeren Einzelbeträgen oder internationalen Geschäftspartnern kann sie ein wichtiger Baustein im Risikomanagement sein.

Auch Bürgschaften bieten zusätzliche Sicherheit, insbesondere bei langen Projektlaufzeiten und hohen Auftragsvolumen. Eine Vertragserfüllungsbürgschaft schützt Auftraggeber bei ausbleibenden oder mangelhaften Leistungen, während eine Anzahlungsbürgschaft bereits geleistete Vorauszahlungen absichert. In vielen Fällen lohnt sich eine kombinierte Absicherung, bei der mehrere Instrumente gezielt aufeinander abgestimmt werden, um finanzielle Risiken wirksam zu begrenzen und den Liquiditätsplan belastbar zu halten.

Fazit: Delkredererisiko minimieren, finanzielle Stabilität sichern

Unternehmen, die ihre finanzielle Stabilität stärken wollen, müssen Delkredererisiken früh erkennen und aktiv steuern. Ein strukturiertes Forderungsmanagement in Verbindung mit Instrumenten wie Factoring, Kreditversicherung und Bürgschaften senkt das Ausfallrisiko spürbar. Diese Maßnahmen zur Risikominderung machen Zahlungsströme planbarer und schaffen mehr Sicherheit bei der Deckung laufender Kosten, der Umsetzung von Investitionen und der Steuerung neuer Projekte.

Gleichzeitig verbessert ein klar definiertes Stabilitätskonzept die Wahrnehmung bei Banken und Geschäftspartnern. Wer das Kreditrisiko systematisch steuert, dokumentiert Professionalität im Risikomanagement und stärkt die eigene Bonität. Der Effekt ist eine robustere Kapitaldienstfähigkeit, bessere Voraussetzungen in Finanzierungsgesprächen und insgesamt mehr finanzielle Sicherheit im operativen Alltag.

Häufig gestellte Fragen zum Delkredererisiko

Das Delkredererisiko beschreibt das Risiko, dass ein Kunde eine offene Rechnung ganz oder teilweise nicht bezahlt, zum Beispiel aufgrund von Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit. Es umfasst damit das konkrete Forderungsausfallrisiko aus Waren- oder Dienstleistungskrediten. Besonders betroffen sind Unternehmen mit langen Zahlungszielen oder hohen Einzelaufträgen. Ohne geeignete Absicherung bleibt das Unternehmen auf dem Ausfall sitzen, was schnell zu Liquiditätsengpässen und Druck auf die eigene Finanzierungsstruktur führen kann.


Das Delkredere spielt eine zentrale Rolle im Forderungsmanagement kleiner und mittlerer Unternehmen, weil bereits ein einzelner größerer Zahlungsausfall weitreichende Folgen haben kann. Neben der unmittelbar eingeschränkten Liquidität kann sich auch die Kreditwürdigkeit verschlechtern. Das wirkt sich auf Kreditlinien, Konditionen und die eigene Kapitaldienstfähigkeit aus. Ein systematisches Management des Delkredererisikos ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer vorausschauenden Finanz- und Investitionsplanung und stärkt die Stabilität der gesamten Unternehmensfinanzierung.


Ein Forderungsausfall lässt sich nicht vollständig ausschließen, aber durch klar definierte Prozesse und geeignete Präventionsmaßnahmen deutlich reduzieren. Dazu gehören insbesondere die Bonitätsprüfung vor Vertragsbeginn, realistische Zahlungsziele, abgestufte Debitorenlimits und ein standardisierter Mahnprozess mit klaren Eskalationsstufen. Auch eine durchdachte Vertragsgestaltung mit Schutzmechanismen wie Eigentumsvorbehalt, Anzahlungen oder Bürgschaften hilft, Risiken zu begrenzen und Forderungspositionen besser abzusichern. In Kombination mit professionellem Credit-Management sinkt das Delkredererisiko spürbar und die Liquiditätsplanung wird verlässlicher.


Beim echten Factoring übernimmt der Factor das vertraglich vereinbarte Delkredererisiko. Sie verkaufen Ihre Forderungen und erhalten in der Regel einen Großteil des Rechnungsbetrags kurzfristig ausgezahlt. Gleichzeitig sichert die Delkredere-Funktion des Factors Sie gegen Zahlungsausfälle der gedeckten Debitoren ab. Für viele KMU, insbesondere im Handwerk oder Gesundheitswesen, ist Factoring dadurch ein wirkungsvolles Instrument, um den Cashflow zu stabilisieren, das Ausfallrisiko auszulagern und wichtige Finanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote, Working Capital und Kapitaldienstfähigkeit zu stärken.

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