Zum Finanzblog

Borrowing-Base-Finanzierung: Wie Sie Lager und Forderungen in Liquidität verwandeln

Borrowing-Base-Finanzierung Deutsche Firmenkredit Partner DFKP

Unberechenbare Einkaufspreise, saisonale Auftragsspitzen oder ein wachsender Lagerbedarf führen dazu, dass viele mittelständische Unternehmen regelmäßig mit kurzfristigen Liquiditätsengpässen konfrontiert sind. Klassische Betriebskredite erweisen sich dabei häufig als wenig flexibel. Die Borrowing Base Finanzierung stellt in diesem Zusammenhang eine dynamische Alternative dar. Sie greift auf bereits vorhandene Werte des Umlaufvermögens zurück, beispielsweise auf Lagerbestände oder offene Forderungen, und nutzt diese als Grundlage für eine revolvierende Kreditlinie. Auf diese Weise richtet sich der verfügbare Kreditrahmen kontinuierlich nach der aktuellen Geschäftssituation, ohne dass neue Verhandlungen oder starre Konditionen erforderlich sind. In diesem Beitrag wird erläutert, wie die Borrowing Base Finanzierung funktioniert, für welche Unternehmen sie geeignet ist und welche Vorteile sie insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen mit schwankendem Kapitalbedarf bietet.

  • Dynamische Liquidität aus dem Umlaufvermögen: Die Borrowing-Base-Finanzierung verwandelt werthaltige Lagerbestände und Forderungen in eine flexible Kreditlinie, die automatisch mit Ihrem Geschäftsverlauf steigt oder fällt. So wird Ihr Umlaufvermögen zur aktiv steuerbaren Liquiditätsreserve, was besonders wertvoll bei Wachstum, Saisongeschäften und volatilen Einkaufspreisen ist.
  • Mehr Finanzspielraum statt starre Kreditlinien: Im Unterschied zu klassischen Betriebsmittelkrediten orientiert sich der Kreditrahmen nicht an einem fixen Limit oder zusätzlichen Sach­wert-Sicherheiten, sondern an regelmäßig bewerteten Working-Capital-Positionen. Das reduziert die Abhängigkeit von starren Hausbanklinien und eröffnet zusätzlichen Spielraum für Expansion und strategische Investitionen.
  • Transparente Daten als Hebel für bessere Konditionen: Unternehmen mit sauberer Buchführung, leistungsfähigem Warenwirtschaftssystem und verlässlichem Reporting können höhere Kreditrahmen und wettbewerbsfähigere Konditionen erzielen. In Kombination mit Factoring und Warenfinanzierungen entsteht eine integrierte Working-Capital-Strategie, die Ihre Kapitaldienstfähigkeit gezielt stärkt.

Was ist eine Borrowing-Base-Finanzierung?

Wenn Vorräte steigen oder Forderungen wachsen, wird Liquidität im Umlaufvermögen gebunden. An diesem Punkt setzt die Borrowing-Base-Finanzierung an. Sie stellt eine revolvierende Kreditlinie bereit, die sich an der Höhe und Qualität der werthaltigen Teile Ihres Umlaufvermögens orientiert, vor allem an Forderungen und Vorräten. Grundlage sind regelmäßig bewertete Forderungen und Bestände. Der große Vorteil: Die Kreditlinie passt sich automatisch Ihrer Geschäftsentwicklung an, sie steigt bei wachsendem Umsatz und sinkt bei Rückgängen. So bleibt Ihr Liquiditätsmanagement flexibel und besser planbar.

Gerade bei saisonalen Nachfragespitzen oder stark variierenden Einkaufspreisen kann dies entscheidend sein. Die Borrowing-Base-Finanzierung bietet einen direkten Zugang zu Betriebsmitteln, ohne dass darüber hinaus zusätzliche Sicherheiten außerhalb des Umlaufvermögens erforderlich sind. Als Working-Capital-Finanzierung eignet sie sich insbesondere für Unternehmen mit überwiegend beweglichen Vermögenswerten, etwa aus Handel, Produktion oder Logistik. Auch für eine geplante Unternehmenserweiterung schafft sie zusätzlichen finanziellen Spielraum im laufenden Tagesgeschäft.

Die Borrowing-Base-Finanzierung bietet einen direkten Zugang zu Betriebsmitteln, ohne dass darüber hinaus zusätzliche Sicherheiten außerhalb des Umlaufvermögens erforderlich sind.

Fabian Alber Team Lead Sales

Definition und Funktionsweise der Borrowing-Base

Verändern sich Lagerbestände oder offene Forderungen, verändert sich auch der finanzielle Spielraum eines Unternehmens. Genau hier setzt die Borrowing-Base-Finanzierung an. Sie basiert auf dem aktuellen Wert dieser Vermögenspositionen und ermöglicht eine dynamische Kreditvergabe. Das bedeutet, dass sich die Kreditlinie automatisch nach oben oder unten anpasst, abhängig von der Entwicklung des Umlaufvermögens.

Grundlage ist eine regelmäßig aktualisierte Bewertungsbasis. Dazu werden werthaltige Forderungen und Vorräte gemeldet, geprüft und mit definierten Abschlägen angesetzt. Die Kreditlinie orientiert sich an diesem berechneten Sicherheitenwert. Eine erneute Verhandlung des Kreditvertrags ist dafür in der Regel nicht erforderlich. Die Forderungsfinanzierung ist dabei integraler Bestandteil, da auch offene Forderungen laufend in die Berechnung einfließen.

Für Unternehmen mit schwankendem Umsatz, Materialeinsatz oder Forderungsvolumen entsteht daraus ein klarer praktischer Vorteil. Steigt zum Beispiel der Lagerbestand vor einer Hochsaison, erhöht sich die verfügbare Kreditlinie entsprechend. Das Umlaufvermögen wird damit zu einer steuerbaren Liquiditätsreserve, die sich kurzfristig nutzen lässt. Die zugrunde liegende flexibel nutzbare Kreditlinie reagiert auf den jeweils aktuellen Finanzstatus und unterstützt ein planbareres Working-Capital-Management.

Entwicklung und Relevanz im deutschen Mittelstand

Ursprünglich stammt die Borrowing-Base-Finanzierung aus den USA und ist dort Teil etablierter Unternehmensfinanzierungsmodelle. In der Unternehmensfinanzierung in Deutschland gewinnt sie zunehmend an Bedeutung, vor allem bei Betrieben, die dynamisch wachsen oder stark von Einkaufspreisen und Lagerhaltung betroffen sind. Mittelständische Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der metallverarbeitenden Industrie oder der Lebensmittelproduktion nutzen diese Form der Mittelstandsfinanzierung bereits in der Praxis.

Sie setzen vorhandene Werte aus dem Umlaufvermögen ein, um ihren kurzfristigen Kapitalbedarf flexibel zu decken. Das verringert die Abhängigkeit von starren Kreditlinien und ausschließlich bilanzorientierten Sicherheitenanforderungen klassischer Hausbankkredite. Gleichzeitig entsteht mehr Spielraum für saisonale Schwankungen, Lieferengpässe oder volatile Beschaffungspreise. Die Verbindung aus werteorientierter Kreditlinie und flexibler Struktur macht die Borrowing-Base-Finanzierung zu einem wichtigen Baustein moderner Finanzierungspraxis im deutschen Mittelstand.

Aufbau und Berechnung der Kreditlinie

Grundlage einer Borrowing-Base-Kreditlinie sind banküblich beleihbare Vermögenswerte, die sich kurzfristig mobilisieren lassen. Die Finanzierung stützt sich auf eine fortlaufende Bewertung der relevanten Umlaufvermögenspositionen, insbesondere Lagerbestände und Forderungen. Diese Positionen werden regelmäßig neu beurteilt und gewichtet, damit der Kreditrahmen flexibel bleibt und sich an aktuelle Entwicklungen wie Rohstoffpreise, Absatzvolumen und saisonale Schwankungen anpassen kann.

In vielen Branchen sind zumindest monatliche, in Einzelfällen auch wöchentliche Reportings üblich. Im Mittelpunkt stehen der aktuelle Lagerwert, die Struktur der Debitoren sowie Fälligkeiten und Überfälligkeiten. Die so gewonnenen Bestands- und Forderungsdaten fließen direkt in die Berechnung der Kreditlinie ein. Digitale Schnittstellen zwischen Warenwirtschaftssystem, Finanzbuchhaltung und Kreditgeber gewinnen hier an Bedeutung, insbesondere wenn die Anforderungen an die Lagerfinanzierung komplexer sind. Entscheidend sind Qualität, Vollständigkeit und Aktualität der zugrunde liegenden Daten.

Moderne Bewertungsansätze setzen auf Transparenz und Geschwindigkeit. Sie orientieren sich am modernen Working-Capital-Modell. Ziel ist es, vorhandene Vermögenswerte effizienter zu nutzen und eine Kreditlinie zu ermöglichen, die sich eng am Geschäftsverlauf orientiert. Für viele Mittelständler entsteht so eine belastbare Finanzierungsbasis mit deutlich mehr Flexibilität im operativen Tagesgeschäft.

DFKP-Tipp

Stellen Sie für eine Borrowing-Base-Kreditlinie aktuelle und transparente Daten zu Lagerbeständen und Forderungen bereit. Automatisierte Reportings und saubere Schnittstellen zur Buchhaltung sichern einen flexiblen Kreditrahmen, der sich zuverlässig an Ihren Geschäftsverlauf anpasst.

Zusammensetzung des Umlaufvermögens als Basis

Ob Rohstoffe im Lager oder offene Rechnungen gegenüber Kunden, beides kann bei Erfüllung bestimmter Kriterien als Grundlage der Finanzierung dienen. Zentrale Bestandteile der Kreditlinie sind vor allem Vorräte und Forderungen. Beleihbar sind zum Beispiel Rohmaterial, Halbfertigprodukte, Fertigwaren sowie Forderungen gegenüber zahlungskräftigen Abnehmern mit nachvollziehbarer Bonitätshistorie.

Wesentlich ist, dass es sich um verkehrsfähige Vermögenswerte handelt. Das bedeutet, die Bestände müssen kurzfristig verwertbar sein, ohne dass ein erheblicher Wertverlust entsteht. Gleichzeitig ist maßgeblich, dass diese Vermögenswerte aktivierungsfähig sind, buchhalterisch korrekt erfasst und im Warenwirtschaftssystem eindeutig dokumentiert werden. Nur dann können sie zuverlässig in die Finanzierung einfließen und dienen als Grundlage für die Berechnung der Borrowing-Base.

Wie stark einzelne Positionen angerechnet werden, hängt vor allem von der Qualität der Bestände, der Lagerdauer und der Wiederverkäuflichkeit ab. Auch die Streuung der Debitorenstruktur und die Bonität der Kunden spielen eine Rolle. Der Lagerwert und die werthaltigen Forderungen beeinflussen damit direkt den möglichen Kreditrahmen. Unternehmen mit gut gepflegten, transparent dokumentierten und werthaltigen Beständen schaffen sich damit zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Typische Bewertungsabschläge und Kreditrahmen

Die Höhe des auf Basis der Borrowing-Base möglichen Kreditrahmens hängt nicht nur vom Lagerwert ab. Kreditgeber ziehen typische Sicherheitsabschläge von den bilanziellen Werten des Umlaufvermögens ab, bevor sie den Kreditrahmen berechnen. Bei Vorräten liegt dieser Bewertungsabschlag häufig zwischen 20 und 35 Prozent, bei offenen Forderungen meist zwischen 15 und 25 Prozent. Diese Beleihungsabschläge auf das Umlaufvermögen berücksichtigen mögliche Wertverluste, Ausfallrisiken und potenzielle Verwertungsschwierigkeiten.

Neben der Menge und Art der Bestände fließen weitere Faktoren in die Bewertung ein. Dazu gehören Lagerdauer, Rückverfolgbarkeit, Obsoleszenzrisiken, die Bonität der Kunden, die Historie von Zahlungsausfällen sowie ein strukturiertes und verlässliches Warenwirtschaftssystem. Unternehmen, die konsistente und geprüfte Daten liefern, können mit einem stabileren und häufig auch höheren Kreditrahmen rechnen. Ein nachvollziehbarer Abschlag gilt dabei nicht als Nachteil, sondern schafft Transparenz und unterstützt eine belastbare Liquiditätsplanung im Rahmen der Working-Capital-Steuerung.

Monitoring, Reporting und Transparenz

Damit der Kreditrahmen flexibel bleibt und sich an die reale Entwicklung des Umlaufvermögens anpasst, ist eine verlässliche Datenbasis unverzichtbar. Kreditgeber müssen erkennen können, dass Forderungen und Lagerwerte korrekt, vollständig und aktuell erfasst sind. In der Praxis gehören dazu in der Regel monatliche Reportings, die Lagerbestände, Bewertungsansätze, Altersstrukturen der Forderungen und gegebenenfalls Konzentrationsrisiken pro Kunde abbilden. Diese Informationen fließen unmittelbar in die fortlaufende Bewertung der Kreditlinie ein.

Ein klar strukturiertes Warenwirtschaftssystem ist hierfür von zentraler Bedeutung. Es stellt sicher, dass alle Warenbewegungen im Lager lückenlos dokumentiert werden und Zahlungseingänge sowie Ausbuchungen jederzeit nachvollziehbar bleiben. Auf dieser Basis entsteht für Banken und andere Kreditgeber ein realistisches Bild der werthaltigen Sicherheiten. Faktisch übernimmt das Unternehmen damit eine fortlaufende interne Prüfung der relevanten Sicherheiten, die einer kontinuierlichen Due Diligence ähnelt.

Ein klar strukturiertes Warenwirtschaftssystem ist hierfür von zentraler Bedeutung. Es stellt sicher, dass alle Warenbewegungen im Lager lückenlos dokumentiert werden und Zahlungseingänge sowie Ausbuchungen jederzeit nachvollziehbar bleiben. Auf dieser Basis entsteht für Banken und andere Kreditgeber ein realistisches Bild der werthaltigen Sicherheiten.

Fabian Alber Team Lead Sales

Wird diese Transparenz konsequent gelebt, stärkt das die eigene Verhandlungsposition gegenüber Kapitalgebern, erleichtert die Anpassung des Kreditrahmens an das Unternehmenswachstum und eröffnet den Zugang zu wettbewerbsfähigen Konditionen bei gleichzeitiger Erhöhung der finanziellen Beweglichkeit im Alltag.

Einsatzbereiche und Vorteile für Unternehmen

Wenn Zwischenlager voll laufen, Rohstoffe sprunghaft teurer werden oder ein Großauftrag zusätzlichen Bedarf auslöst, benötigen Unternehmen schnell verfügbare Mittel. In solchen Situationen ist eine passende Liquiditätslösung entscheidend. Ein flexibler Kreditrahmen, der sich direkt an aktuellen Lagerbeständen und offenen Forderungen orientiert, schafft genau diesen Handlungsspielraum. So lässt sich selbst bei unerwarteten Einkaufsspitzen oder einem kurzfristigen Lageraufbau zügig reagieren, ohne die bestehende Finanzierungsstruktur grundsätzlich anpassen zu müssen.

Auch in Wachstumsphasen stößt die klassische Finanzierung häufig an Grenzen. Wer in neue Produkte investiert, zusätzliche Märkte erschließt oder Lieferketten ausbaut, muss finanziell beweglich bleiben. Borrowing-Base-Finanzierungen bieten diesen Spielraum, da sie keine wiederkehrenden, langwierigen Verhandlungen über starre Kreditsummen erfordern. Sie richten sich am tatsächlichen Mittelbedarf aus und reduzieren den Bedarf an Sicherheiten außerhalb des Umlaufvermögens deutlich.

Gerade in Branchen mit stark schwankendem Auftragseingang, zum Beispiel im Textilhandel oder in der Gartenmöbelproduktion, ist dies ein klarer Vorteil. Die laufende Anpassung des Kreditrahmens ermöglicht eine bessere Abstimmung auf den Geschäfts- und Saisonverlauf. Bestehende Linien werden entlastet, kurzfristige Liquiditätsengpässe im Saisongeschäft lassen sich gezielt abfedern. Dies unterstützt eine stabilere Liquiditätsplanung und verbessert mittelbar die Kapitaldienstfähigkeit.

DFKP-Tipp

Setzen Sie eine Borrowing-Base-Finanzierung ein, wenn Ihr Liquiditätsbedarf stark schwankt. So passen Sie den Kreditrahmen flexibel an Lagerbestände und Forderungen an, bleiben in Wachstums- und Saisonphasen handlungsfähig und entlasten bestehende Kreditlinien.

Für welche Unternehmen ist die Borrowing-Base-Finanzierung sinnvoll?

Wenn Ihr Geschäftsmodell stark vom Einkauf und der Verarbeitung von Rohstoffen abhängt, kann eine flexible Produktionsfinanzierung über die Borrowing-Base-Finanzierung ein geeigneter Ansatz sein. Vor allem metallverarbeitende Betriebe sowie Unternehmen aus der Chemie- oder Agrarbranche profitieren von der Möglichkeit, Lageraufbau und Bedarfsspitzen gezielt zu finanzieren, ohne sich ausschließlich auf klassische Bonitätskennzahlen stützen zu müssen. In rohstoffbasierten Geschäftsmodellen ist es entscheidend, Vorprodukte rechtzeitig und zu wettbewerbsfähigen Konditionen beschaffen zu können.

Auch Unternehmen mit ausgeprägter Saisonalität, etwa aus dem Gartenbau, dem Lebensmittelhandel oder dem Textilbereich, gewinnen durch die flexible Kreditlinie zusätzlichen Spielraum. Wenn sich Umsatzzyklen im Jahresverlauf stark verändern, kann die Borrowing-Base-Finanzierung helfen, Engpässe zu vermeiden, laufende Verbindlichkeiten verlässlich zu bedienen und die Liquidität über das Jahr hinweg zu stabilisieren. Für viele mittelständische Unternehmen mit nicht konstantem Kapitalbedarf ist dieser Ansatz eine pragmatische und wirksame Ergänzung zu klassischen Finanzierungen.

Vorteile gegenüber klassischen Betriebsmittelfinanzierungen

Ein klassischer Betriebsmittelkredit bietet in der Regel einen festen Kreditrahmen, der weitgehend unabhängig von der aktuellen Geschäftslage festgelegt wird. Die Borrowing-Base-Finanzierung funktioniert anders. Sie passt sich automatisch an Ihre werthaltigen Forderungen und Bestände an. Dadurch nutzen Sie eine Kreditlinie, die sich enger an Ihrem Tagesgeschäft orientiert und Ihre Unternehmensliquidität besser planbar macht, insbesondere in Saisons mit schwankender Auftragslage oder bei starkem Lageraufbau.

Für Kreditgeber ist diese Form der Finanzierung gut nachvollziehbar, da sie auf tatsächlich vorhandenen, bewerteten Vermögenswerten basiert. Dies schafft eine transparente Kreditabsicherung und reduziert das wahrgenommene Risiko. Viele Banken bewerten diese Struktur positiv und berücksichtigen dies in ihrer internen Risikogewichtung, was sich auch auf die erforderliche Eigenkapitalunterlegung auswirken kann. Für Ihr Unternehmen kann das einen größeren finanziellen Spielraum und mittelbar eine Verbesserung der Eigenkapitalquote bedeuten.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass langfristige Investitionen wie Maschinen oder Immobilien nicht zusätzlich als Sicherheiten gebunden werden müssen. Die Finanzierung konzentriert sich auf das Umlaufvermögen und eröffnet mehr Freiheit für strategische Investitionsentscheidungen.

Voraussetzungen, Kosten und Finanzierungsstruktur

Wer auf eine Borrowing-Base-Finanzierung setzt, benötigt belastbare Grundlagen. Dazu gehören eine korrekte Buchführung, ein funktionierendes Warenwirtschaftssystem und aussagekräftige Sicherheitenberichte. Im Rahmen der Bonitätsprüfung spielen Qualität, Vollständigkeit und Transparenz Ihrer Unterlagen eine zentrale Rolle. Auf dieser Basis können Finanzierungspartner tragfähige Entscheidungen treffen und die Kreditlinie an der realen Entwicklung des Umlaufvermögens ausrichten.

Im Vergleich zu klassischen Betriebsmittelkrediten ist der Verwaltungsaufwand höher. Das Kreditcontrolling erfordert regelmäßige Reportings sowie die laufende Aktualisierung der hinterlegten Werte. Dem steht eine flexible Finanzierung gegenüber, die sich an werthaltigen Forderungen und Beständen orientiert. Die Konditionen liegen typischerweise unter denen unbesicherter Kreditlinien, sind aber oft etwas höher bepreist als vollständig, etwa durch Immobilien, besicherte Betriebsmittelkredite. Zusätzlich können Strukturierungsgebühren und laufende Gebühren für das Sicherheitenmonitoring anfallen.

Trotz des höheren Aufwands im Sicherheitenmanagement kann sich dieser Ansatz insbesondere für wachstumsstarke Unternehmen mit hoher Working-Capital-Bindung auszahlen. Die Kreditlinie wächst parallel zum Geschäftsverlauf und nutzt vor allem das Umlaufvermögen als Sicherheit. Anlagevermögen muss nicht in gleichem Umfang zusätzlich belastet werden. Das erhöht die Finanzierungsspielräume für langfristige Investitionen, ohne die Kapitaldienstfähigkeit durch starre, nicht anpassbare Linien unnötig zu beanspruchen.

DFKP-Tipp

Nutzen Sie eine Borrowing-Base-Finanzierung gezielt, wenn Ihr Unternehmen stark wächst oder viel Kapital im Umlaufvermögen bindet. Stellen Sie dafür eine saubere Buchhaltung, regelmäßige Reportings und transparente Bestands- und Forderungsdaten sicher. So erhalten Sie eine flexible Kreditlinie, die mit Ihrem Geschäft mitwächst und langfristige Investitionen ermöglicht, ohne zusätzliche Sicherheiten im Anlagevermögen zu blockieren.

Ab wann lohnt sich eine Borrowing-Base-Finanzierung?

Eine Borrowing-Base-Finanzierung ist in der Regel ab einem Finanzierungsvolumen von etwa 10 Millionen Euro wirtschaftlich sinnvoll. Erst bei einer entsprechend großvolumigen Struktur stehen die laufenden Kosten für Bewertung, Reporting und Sicherheitenmanagement in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Unternehmen, die dauerhaft hohe Bestände im Lager halten oder regelmäßig umfangreiche Forderungsvolumina aufweisen, können diese Working-Capital-Reserve gezielt für ihre Liquiditätssicherung einsetzen.

Besonders interessant ist dies für Unternehmen mit saisonaler Produktion oder umfangreichen Bestandsaufbauten. Die warenwertbasierte Finanzierung schafft Spielraum, um kurzfristigen Finanzierungsbedarf zu decken, ohne die bestehende Finanzierungsstruktur grundlegend verändern zu müssen oder unmittelbar an Bonitätsgrenzen klassischer Kreditlinien zu stoßen. Die Kreditlinie orientiert sich an der Entwicklung des Umlaufvermögens und unterstützt damit eine vorausschauende Steuerung der Kapitaldienstgrenze.

Im Wachstum wird die Kreditlinie zum strategischen Instrument. Als Expansionsfinanzierung lässt sie sich in Phasen nutzen, in denen Absatz, Einkauf oder Fertigung deutlich anziehen. So bleibt die Finanzierung anpassbar, und das Unternehmen sichert sich zusätzlichen Handlungsspielraum für Investitionsentscheidungen, Markteintritte und die Stabilisierung der Lieferketten.

Due Diligence und Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern

Bevor eine Kreditlinie freigegeben wird, prüfen Finanzierungspartner detailliert, welche Werte im Umlaufvermögen als Sicherheiten geeignet sind. Diese Due-Diligence-Prüfung bezieht sich nicht nur auf die Bilanzqualität, sondern im Kern auf Bestände und offene Forderungen. Lagerbestände müssen klar dokumentiert, regelmäßig aktualisiert und im Sicherheitenfall mit vertretbarem Abschlag verwertbar sein. Für Forderungen sind eine nachvollziehbare Debitorenstruktur, Altersanalysen und eine belastbare Zahlungshistorie wichtig.

Bei komplexeren Strukturen oder hohen Volumina setzen viele Banken zusätzlich externe Gutachter ein, um die Qualität der Sicherheiten objektiv zu bewerten. Das verursacht neben dem internen Aufwand direkte Kosten, die im Verhältnis zur geplanten Laufzeit und zur Höhe der Kreditlinie stehen sollten. Eine sauber organisierte Buchhaltung und ein leistungsfähiges Warenwirtschaftssystem reduzieren den Prüfungsaufwand und schaffen Vertrauen bei Kapitalgebern.

Diese Systeme liefern die Daten, die in die laufende Sicherheitenbewertung einfließen und damit den verfügbaren Kreditrahmen steuern. Auf Dauer erfolgreich wird die Zusammenarbeit, wenn beide Seiten jederzeit auf verlässliche Informationen zugreifen können. Klare Reportings, festgelegte Prozesse und ein definierter Informationsfluss bilden die Grundlage für eine stabile Kreditlinie, die sich dynamisch an das Tagesgeschäft anpasst und Liquiditätsreserven genau dort bereitstellt, wo sie benötigt werden.

Praxisnahe Alternativen und kombinierbare Finanzierungsformen

In vielen Situationen reicht eine einzelne Finanzierungslösung nicht aus. Nutzen Unternehmen zum Beispiel eine Borrowing-Base-Finanzierung in Kombination mit Factoring, entsteht zusätzlicher Handlungsspielraum. Durch den unmittelbaren Verkauf offener Forderungen steht Liquidität schneller zur Verfügung. Unternehmen erhalten einen direkten Liquiditätspuffer und können, insbesondere beim echten Factoring, ihre Bilanz entlasten. Professionelles Forderungsmanagement im Rahmen des Factorings unterstützt zudem das Mahnwesen und stabilisiert die Kapitalflüsse, was gerade in volatilen Marktphasen ein Vorteil ist.

Bei stark saisonalem Lageraufbau kann darüber hinaus eine Kombination mit Warenfinanzierungen sinnvoll sein. Längere Zahlungsziele verschaffen zusätzlichen Finanzierungsspielraum im Einkauf. Gleichzeitig lassen sich Skonti und andere Einkaufsvorteile gezielter nutzen. In der Kombination aus warenbasierter Finanzierung und Borrowing-Base-Finanzierung entsteht eine strukturierte Working-Capital-Steuerung, welche die Liquidität stärkt und die Planbarkeit des operativen Geschäfts verbessert.

Factoring als ergänzende Lösung zur Liquiditätssicherung

Wenn Kapital in offenen Rechnungen gebunden ist, fehlt häufig der Spielraum für das Tagesgeschäft. Mit Factoring werden Forderungen zeitnah in Liquidität umgewandelt, ohne eine klassische Kreditlinie in Anspruch zu nehmen. Das verbessert die kurzfristige Liquiditätslage und kann, insbesondere beim echten Factoring, zu einer Entlastung der Bilanz und einer Stärkung der Eigenkapitalquote beitragen.

Beim echten Factoring übernimmt der Finanzierer das Ausfallrisiko (Delkredere). Beim unechten Factoring verbleibt dieses Risiko beim Unternehmen. Beide Varianten der Forderungsabtretung helfen, Zahlungsengpässe zu vermeiden und interne Abläufe im Forderungsmanagement zu straffen.

Als Teil einer übergreifenden Working-Capital-Optimierung lässt sich Factoring gezielt mit der Borrowing-Base-Finanzierung verbinden. Während die Borrowing-Base auf Lager- und Forderungswerte zugreift, stellt Factoring auf Basis bereits gestellter Rechnungen schnell verfügbare Liquidität bereit. Diese Kombination reduziert die Abhängigkeit von starren Kreditlinien und unterstützt eine flexible Steuerung der Mittel entlang der Kapitaldienstgrenze.

Einkaufs- und Warenfinanzierungen in Kombination nutzbar

Steigt der Kapitalbedarf vor einer umsatzstarken Saison durch größere Warenbestellungen sprunghaft an, ist eine vorausschauende Lagerfinanzierung entscheidend. Die Verbindung einer warenwertbasierten Lagerfinanzierung mit einer Borrowing-Base-Finanzierung eröffnet hier zusätzlichen Spielraum, ohne die laufende Liquidität übermäßig zu belasten. Über Warenfinanzierungen stehen Modelle mit abgesicherten, flexiblen Zahlungszielen zur Verfügung. So lassen sich Skonti systematisch nutzen und Beschaffungskosten senken.

In internationalen Lieferbeziehungen können strukturierte Lieferantenkredite Zahlungsziele von bis zu 360 Tagen ermöglichen. Beide Finanzierungsformen lassen sich in der Regel so strukturieren, dass keine doppelte Besicherung derselben Vermögenswerte erforderlich ist. Das erhöht die Flexibilität im Einkauf und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten. Besonders für Unternehmen mit hohem Lagerumschlag ergibt sich daraus ein doppelter Effekt: laufende Liquidität aus der Borrowing-Base-Finanzierung und gleichzeitig verlängerte Zahlungsziele im Einkauf, was die Kapitaldienstfähigkeit im operativen Geschäft unterstützt.

Fazit zur Borrowing-Base-Finanzierung

Die Borrowing-Base-Finanzierung bietet mittelständischen Unternehmen eine flexible Kreditlinie, die sich an werthaltigen Teilen des Umlaufvermögens orientiert. Sie nutzt insbesondere Lagerbestände und offene Forderungen als Sicherheiten und passt den verfügbaren Kreditrahmen regelmäßig an die aktuelle Geschäftsentwicklung an. Damit wird das Umlaufvermögen zu einer aktiv steuerbaren Liquiditätsreserve, die Ihre Kapitaldienstfähigkeit unterstützt.

Die Borrowing-Base-Finanzierung nutzt Lagerbestände und offene Forderungen als Sicherheiten und passt den verfügbaren Kreditrahmen regelmäßig an die aktuelle Geschäftsentwicklung an. Damit wird das Umlaufvermögen zu einer aktiv steuerbaren Liquiditätsreserve, die Ihre Kapitaldienstfähigkeit unterstützt.

Fabian Alber Team Lead Sales

Im Unterschied zu klassischen Betriebsmittelkrediten richtet sich der Finanzierungsrahmen nicht an starren Limiten aus, sondern an transparent bewerteten Beständen und Forderungen. Unternehmen mit gut strukturierten Warenwirtschafts- und Finanzbuchhaltungssystemen können daraus einen deutlichen Vorteil ziehen. Sie verbessern die Planbarkeit ihres Working Capitals und sichern sich zusätzlichen Handlungsspielraum für Wachstum, Saisongeschäfte und schwankende Einkaufspreise.

Gleichzeitig erfordert die Borrowing-Base-Finanzierung eine höhere Datenqualität und ein strukturiertes Sicherheitenmanagement. Regelmäßige Reportings, nachvollziehbare Bewertungsansätze und eine saubere Dokumentation der Bestände sind zentrale Voraussetzungen. Für viele mittelständische Unternehmen lohnt sich dieser Aufwand ab einem bestimmten Finanzierungsvolumen, insbesondere wenn dauerhaft höhere Lagerbestände oder umfangreiche Forderungen bestehen.

Im Finanzierungsmix des Mittelstands lässt sich die Borrowing-Base-Finanzierung sinnvoll mit Lösungen wie Factoring oder Warenfinanzierungen kombinieren. So entsteht eine integrierte Working-Capital-Strategie, die sowohl Einkauf, Produktion als auch Absatzseite adressiert und die Kapitaldienstgrenze gezielt im Blick behält.

Wenn Sie prüfen möchten, ob eine Borrowing-Base-Finanzierung für Ihr Unternehmen geeignet ist, empfiehlt sich eine detaillierte Analyse Ihrer Bestände, Forderungsstrukturen und bestehenden Kreditlinien. Auf dieser Grundlage lassen sich Struktur, Volumen und Kombination mit anderen Finanzierungsformen passgenau gestalten und in Ihre Gesamtfinanzierungsstrategie integrieren.

Häufig gestellte Fragen zur Borrowing-Base-Finanzierung

Die Borrowing-Base-Finanzierung ist eine flexible Kreditlinie, die sich an Ihrem Umlaufvermögen orientiert, insbesondere an Lagerbeständen und offenen Forderungen. Der Kreditrahmen passt sich automatisch Ihrer Geschäftsentwicklung an und ist damit besonders geeignet für mittelständische Unternehmen mit saisonalem Kapitalbedarf oder dynamischem Wachstum. Sie profitieren von einer zusätzlichen Liquiditätsreserve, ohne dass darüber hinaus weitere Sicherheiten außerhalb des Umlaufvermögens notwendig sind.


Insbesondere mittelständische Unternehmen, die stark mit Rohstoffen, Lagerbeständen oder Debitoren arbeiten, zum Beispiel im Handel, in der Produktion oder Logistik, profitieren von dieser Finanzierungsform. Auch Firmen mit saisonalen Umsatzschwankungen oder regelmäßigem Lageraufbau, etwa im Textilbereich oder Gartenbau, nutzen die dynamische Struktur der Borrowing-Base zur Steuerung ihrer Liquidität und ihres Working Capitals.


Grundlage der Kreditlinie ist der aktuelle Wert Ihres Umlaufvermögens. Dabei fließen Lagerbestände und Forderungen ein, jedoch abzüglich marktüblicher Sicherheitsabschläge, typischerweise etwa 20 bis 35 Prozent bei Vorräten und 15 bis 25 Prozent bei Forderungen. Qualität und Lagerdauer der Bestände sowie die Bonität der Abnehmer beeinflussen zusätzlich die Bewertung. Regelmäßige Reportings und eine hohe Datenqualität sind dafür unerlässlich.


Wesentlich sind eine transparente Buchführung, ein belastbares Warenwirtschaftssystem und regelmäßig aktualisierte Reportings. Im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung wird bewertet, wie werthaltig und belastbar Ihre Bestände und Forderungen sind. Der Verwaltungsaufwand ist höher als bei klassischen Betriebsmittelkrediten, ermöglicht im Gegenzug aber eine flexiblere Working-Capital-Steuerung und Kapitalplanung.


Ja, insbesondere die Kombination mit Factoring oder Warenfinanzierungen ist verbreitet. Während die Borrowing-Base-Finanzierung Liquidität aus Lagerbeständen und werthaltigen Forderungen mobilisiert, schafft Factoring sofortige Zahlungsflüsse durch den Verkauf offener Rechnungen. Über Warenfinanzierungen lassen sich zusätzlich längere Zahlungsziele bei Lieferanten vereinbaren, was insbesondere bei hohem Lagerumschlag oder ausgeprägtem saisonalem Einkauf vorteilhaft ist.

Sprechen Sie mit uns über Ihr Vorhaben

Besteht bei Ihnen derzeit Finanzierungsbedarf? Über die DFKP-Plattform erhalten Sie Zugang zu mehr als 200 Banken und Finanzierern. Gerne beraten wir Sie unverbindlich und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Finanzierungskonzept. Stellen Sie Ihre Anfrage über unser Onlineformular und Ihr persönlicher Ansprechpartner meldet sich umgehend bei Ihnen.

Zur Finanzierung