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Supply Chain Finance: So sichern Sie Liquidität und verlängern Zahlungsziele

Supply Chain Finance Lieferkettenfinanzierung Deutsche Firmenkredit Partner

Zahlungsziele verlängern, Liquidität sichern und zugleich die Partnerschaft mit Lieferanten stärken: Genau hier setzt Supply Chain Finance an. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eröffnet diese Form der Lieferkettenfinanzierung einen wirkungsvollen Hebel, um finanzielle Spielräume gezielt zu erweitern. Moderne Plattformlösungen, die nahtlose Integration in bestehende ERP-Systeme sowie ein Netzwerk erfahrener Anbieter ermöglichen es, auch bei schwankendem Cashflow jederzeit handlungsfähig zu bleiben. In diesem Beitrag erhalten Sie einen praxisorientierten Überblick über Supply Chain Finance, konkrete Anwendungsfelder wie die Finanzierung von Warenbeständen sowie digitale Lösungen, mit denen sich Zahlungsströme nachhaltig optimieren lassen.

  • Liquidität und Working Capital stärken: Supply Chain Finance (SCF) ermöglicht es Käufern, Zahlungsziele zu verlängern, und bietet Lieferanten zugleich die Möglichkeit, Zahlungen früher zu erhalten. Auf diese Weise verbessern beide Seiten ihre Liquidität sowie zentrale Finanzkennzahlen wie das Working Capital und den Cashflow-Zyklus.
  • Digitale Plattformen als Enabler: Integrierte FinTech- und ERP-Lösungen automatisieren Freigaben, beschleunigen Zahlungsprozesse und machen Instrumente wie Reverse Factoring, Dynamic Discounting und Einkaufsfinanzierung gerade für den Mittelstand effizient nutzbar.
  • ESG als Wettbewerbsvorteil: Nachhaltig aufgestellte Lieferanten profitieren in ESG-basierten SCF-Programmen von besseren Konditionen und sichern sich damit einen klaren Vorteil beim Zugang zu großen Kunden und attraktiven Finanzierungen.

Was ist Supply Chain Finance?

Wenn sich Zahlungsziele verlängern lassen, ohne die Liquidität der Lieferanten zu gefährden, ist das für beide Seiten ein Gewinn. Genau hier setzt Supply Chain Finance an. Diese Form der Lieferkettenfinanzierung sorgt für einen reibungslosen Geldfluss entlang der Liefer- und Zahlungskette zwischen Unternehmen, ihren Lieferanten und Finanzierungspartnern.

Im Mittelpunkt steht die Idee, Kapital gezielt und frühzeitig verfügbar zu machen. Im Unterschied zum klassischen Factoring wird Supply Chain Finance in den Beschaffungsprozess integriert und begleitet den Ablauf von der Bestellung bis zur finalen Zahlung. Einkäufer erhalten damit mehr Gestaltungsspielraum bei Zahlungsfristen. Lieferanten wiederum können auf frühzeitig verfügbare Mittel zugreifen. Beide Seiten verbessern ihre Working-Capital-Situation durch optimierte Zahlungsziele und gesicherte Liquidität.

Im Unterschied zum klassischen Factoring wird Supply Chain Finance in den Beschaffungsprozess integriert und begleitet den Ablauf von der Bestellung bis zur finalen Zahlung.

Fabian Alber Team Lead Sales

Gerade für mittelständische Unternehmen ergeben sich damit praxisnahe Möglichkeiten, Liquidität zu sichern, ohne aufwendige Umwege zu gehen. Frühzeitige Zahlungen erhöhen die Planbarkeit bei den Lieferanten, während Abnehmer Kennzahlen wie Liquidität und Working-Capital-Quote verbessern und gleichzeitig ihre Versorgung stabilisieren. Dies verschafft einen klaren strategischen Vorteil, insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Phasen.

Supply Chain Finance: Definition und Grundlagen einfach erklärt

Wenn Sie als Einkäufer Ihre Zahlungsfristen flexibel gestalten möchten, ohne Ihre Lieferanten zu belasten, ist ein strukturiertes Zahlungsziel und Liquiditätsmanagement entscheidend. Hier setzt Supply Chain Finance an: Ein Finanzierungspartner zahlt dem Lieferanten die freigegebene Rechnung auf Wunsch unmittelbar aus, während Sie das vereinbarte Zahlungsziel vollständig ausschöpfen. Im Unterschied zum klassischen Factoring basiert die Finanzierung auf Ihrer Bonität als Käufer und wird im Rahmen eines von Ihnen initiierten Programms organisiert, das sich idealerweise digital und nahtlos in den Einkauf integrieren lässt.

Vor allem für den Mittelstand eröffnen moderne FinTech-Plattformen neue Möglichkeiten. Sie machen Finanzierungslösungen planbar, automatisiert und auch für kleinere Unternehmen effizient nutzbar. Ein wesentlicher Vorteil: Ihre Bonität als Käufer senkt typischerweise die Finanzierungskosten bzw. Zinsen für Ihre Lieferanten. Das stärkt die Liquidität auf beiden Seiten und festigt die Abnehmer-Lieferanten-Beziehung dauerhaft. Eine vertiefende Supply-Chain-Finance zeigt, wie solche koordinierten Modelle entlang der Lieferkette finanzielle Beweglichkeit schaffen.

Wie funktioniert Supply Chain Finance in der Praxis?

Nach der Lieferung stellt der Lieferant die Rechnung. Der Einkäufer prüft diese digital und gibt sie im ERP-System zur Finanzierung frei. Ab diesem Zeitpunkt tritt ein Finanzierungspartner ein, etwa eine Bank oder ein FinTech. Dieser Partner überweist den Rechnungsbetrag direkt an den Lieferanten, in der Regel innerhalb weniger Tage. Der Lieferant erhält sein Geld frühzeitig und sichert damit seine Liquidität. Für den Einkäufer bleibt das vereinbarte Zahlungsziel bestehen, wodurch sich der Liquiditätsspielraum auf seiner Seite erweitert.

Digitale Plattformlösungen sorgen dafür, dass dieser Ablauf strukturiert und mit geringem administrativem Aufwand funktioniert. Sie begleiten den Prozess von der Rechnungsstellung über die Freigabe bis zur finalen Zahlung. Das reduziert Fehler, beschleunigt Freigabe- und Zahlungsprozesse und schafft Transparenz in den Zahlungsströmen. Rechnungsprozesse lassen sich dadurch standardisieren, automatisieren und besser steuern.

Mit einer vollständigen ERP-Integration bleibt die Buchhaltung jederzeit auf aktuellem Stand. Freigaben laufen weitgehend automatisiert, manuelle Eingriffe werden seltener und Finanzdaten stehen in Echtzeit zur Verfügung. Auch bei einer großen Anzahl paralleler Rechnungen behalten Finanzverantwortliche so die Übersicht über offene Posten und anstehende Zahlungen.

Je nach Ausrichtung setzen Supply-Chain-Finance-Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte. Banken stützen sich häufig auf etablierte Strukturen, bestehende Kreditlinien und langfristige Kundenbeziehungen. FinTechs bringen mehr Tempo, digitale Vernetzung und flexible Integrationsmöglichkeiten in den Prozess ein.

Zusammenfassung

Beim Supply Chain Finance wird eine freigegebene Lieferantenrechnung frühzeitig durch einen Finanzierungspartner beglichen. Der Lieferant erhält sein Geld innerhalb weniger Tage und verbessert seine Liquidität, während für den Einkäufer das ursprüngliche Zahlungsziel bestehen bleibt. Digitale Plattformen und eine enge ERP-Integration automatisieren den Prozess von der Rechnungsprüfung bis zur Zahlung, reduzieren administrativen Aufwand und schaffen Transparenz. Je nach Anbieter setzen Banken auf bewährte Strukturen und Kreditlinien, FinTechs hingegen auf schnelle, flexible und digital vernetzte Lösungen.

Beteiligte Akteure und typische Prozesse

Damit Supply Chain Finance in der Praxis funktioniert, ist eine enge Abstimmung zwischen den Teilnehmern erforderlich. Lieferant, Käufer und Finanzierungspartner verfolgen zwar unterschiedliche Ziele, greifen im Prozess jedoch ineinander. Der Lieferant möchte seine Forderungen möglichst zügig liquidieren. Der Käufer nutzt längere Zahlungsziele, um seine Liquidität planbar zu steuern. Der Finanzierungspartner vermittelt zwischen diesen Interessen und stellt die nötige Finanzierung bereit. Alle Beteiligten profitieren, wenn die Abläufe klar definiert sind und die Rollen eindeutig verteilt werden.

Typisch ist folgender Standardprozess: Nach der Lieferung stellt der Lieferant die Rechnung. Der Käufer prüft die Rechnung und gibt sie digital im System frei. Anschließend übernimmt der Finanzierungspartner die Vorfinanzierung und zahlt den Betrag an den Lieferanten aus. Der Lieferant erhält sein Geld ohne Verzögerung. Der Käufer begleicht die Forderung zum vereinbarten Fälligkeitstermin beim Finanzierungspartner. Diese Struktur schafft Vorteile auf beiden Seiten und reduziert potenzielle Spannungen in der Geschäftsbeziehung, da Zahlungsziele transparent und verlässlich eingehalten werden.

Abgewickelt wird der gesamte Ablauf über eine digitale Plattform. Sie bildet jeden Schritt transparent ab, von der Rechnungsfreigabe bis zur Zahlungsanweisung. Für mittelständische Unternehmen entsteht dadurch eine verlässliche Transaktionsstruktur, die Planbarkeit erhöht und Vertrauen in die Zahlungsprozesse stärkt.

Digitale Plattformen und Automatisierung der Finanzierung

Die Bearbeitung von Rechnungen kostet Unternehmen häufig viel Zeit und personelle Ressourcen. Genau diese wiederkehrenden Routinen lassen sich durch spezialisierte digitale Anbieter automatisieren. Die Plattformen erfassen Geschäftsvorfälle digital und gleichen Rechnungen mit Bestellungen ab. Anschließend übermitteln sie die freigegebenen Forderungen an angeschlossene Finanzierungspartner. Die Zahlung an den Lieferanten kann dann in wenigen Schritten freigegeben werden. Das ist schnell, nachvollziehbar und sicher dokumentiert.

Zentrale Voraussetzung ist eine belastbare Integration der Plattform in das bestehende ERP-System. So fügt sich das automatisierte Supply-Chain-Financing direkt in bestehende Prozesse im Einkauf und im Finanzwesen ein. Finanzverantwortliche erhalten Echtzeittransparenz über Zahlungsflüsse, offene Posten und die aktuelle Liquiditätslage, ohne jeden Vorgang einzeln steuern zu müssen.

Viele CFOs setzen inzwischen auf flexible Plattformlösungen, die sich an individuelle Prozesse und Anforderungen im Unternehmen anpassen lassen. Besonders gefragt sind Systeme, die ESG-Kriterien oder KI-gestützte Datenanalysen berücksichtigen und so die Basis für zukunftsfähige Working-Capital-Lösungen schaffen.

Instrumente der Supply-Chain-Finanzierung

Je nach Bedarf bieten SCF-Modelle wie Reverse Factoring, Dynamic Discounting oder die Einkaufsfinanzierung passgenaue Möglichkeiten, um Zahlungsziele und Working Capital flexibel zu steuern. Beim Reverse Factoring erhalten Ihre Lieferanten ihr Geld zeitnah, während Sie das vereinbarte Zahlungsziel voll ausschöpfen. Dynamic Discounting lohnt sich, wenn Sie gezielt mit Skontostrategien arbeiten möchten und Ihre Zahlungszeitpunkte flexibel steuern wollen. Mit der Einkaufsfinanzierung sichern Sie sich längere Zahlungsziele bei gleichzeitiger Übernahme der Lieferantenzahlung durch einen Finanzierungspartner. Das ist vor allem sinnvoll, wenn Sie Ihre Lieferanten unterstützen und die eigene Liquidität schonen möchten.

Je nach Geschäftsmodell kommen zusätzliche Finanzierungsbausteine infrage. Pay-on-Production koppelt die Ratenzahlung an den tatsächlichen Produktionsfortschritt und entlastet so bei langen Maschinen-Vorläufen.

Fabian Alber Team Lead Sales

Je nach Geschäftsmodell kommen zusätzliche Finanzierungsbausteine infrage. Pay-on-Production koppelt die Ratenzahlung an den tatsächlichen Produktionsfortschritt und entlastet so bei langen Maschinen-Vorläufen. Lieferantenleasing unterstützt bei Investitionen, ohne dass sofort hohe eigene Mittel gebunden werden. Besonders im produzierenden Mittelstand bieten diese Instrumente praxisnahe Lösungen, um Materialengpässe zu vermeiden und Beschaffungsprozesse flexibel zu halten. Welche Variante geeignet ist, hängt von Branche, Unternehmensgröße und Einkaufsrhythmus ab.

Wenn Sie saisonabhängig produzieren oder hohe Lagerbestände vorhalten müssen, ist das Kapital schnell gebunden. Hier kann die Finanzierung des Warenlagers helfen, Engpässe zu vermeiden und Versorgungssicherheit zu erhöhen, ohne zusätzliche Eigenmittel einzusetzen. Gleichzeitig lassen sich Skontostrategien gezielter umsetzen und die Reaktionsfähigkeit Ihres Unternehmens am Markt verbessern.

Reverse Factoring und Dynamic Discounting

Zwei Varianten bieten im Tagesgeschäft flexible Spielräume bei der Rechnungsvorfinanzierung. Beim Reverse Factoring veranlasst der Einkäufer, dass ein Finanzierungspartner die Lieferantenrechnung übernimmt und zeitnah auszahlt. Der Lieferant verfügt damit früh über sein Geld, während der Käufer das vereinbarte Zahlungsziel nutzt. Grundlage ist eine ratingbasierte Finanzierung, bei der sich die Bonität des Käufers direkt auf die Konditionen auswirkt.

Beim Dynamic Discounting zahlt der Käufer aus eigener Liquidität früher und erhält dafür Skonto. Der Unterschied zum klassischen Skontomodell liegt in der Flexibilität. Rabatte orientieren sich nicht an starren Fristen, sondern am tatsächlichen Zahlungszeitpunkt. Variable Skontoabstufungen schaffen auf beiden Seiten Anreize und stärken die Zusammenarbeit. Beide Modelle stabilisieren die Finanzierungsketten und unterstützen Sie dabei, Ihre Liquidität zu optimieren.

DFKP-Tipp

Analysieren Sie zuerst, wo in Ihrer Lieferkette Liquidität gebunden ist – bei Ihnen oder bei Ihren Lieferanten. Setzen Sie Reverse Factoring ein, wenn stabile Lieferantenbeziehungen und längere Zahlungsziele im Fokus stehen, und Dynamic Discounting, wenn Sie überschüssige Liquidität gezielt zur Skontooptimierung nutzen wollen. Kombinieren Sie SCF-Instrumente nur dort, wo sie messbar das Working Capital verbessern und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Anbieter im Bereich Supply Chain Finance

Wer sich mit Supply Chain Finance beschäftigt, trifft auf drei grundsätzliche Anbieterformen: bankenbasierte SCF-Lösungen, Fintech-Plattformen und hybride Modelle. Klassische Banken setzen häufig auf bestehende Kundenbeziehungen, etablierte Abwicklungswege und fest definierte Rahmenverträge. Das bietet Verlässlichkeit, geht für kleinere Unternehmen jedoch oft mit starreren Bedingungen und höherem administrativen Aufwand einher.

Insbesondere mittelständische Unternehmen profitieren von SCF-Plattformanbietern, die den Finanzierungsprozess vollständig digital abbilden. Diese Lösungen lassen sich in der Regel unkompliziert mit vorhandenen ERP-Systemen verbinden und ermöglichen eine automatisierte Prüfung und Freigabe von Rechnungen. Unternehmen behalten so den Überblick über Zahlungsströme, reduzieren Bearbeitungszeiten und erhöhen ihre Planungssicherheit.

SCF als Hebel zur Optimierung Ihrer Liquidität

Gezielte Zahlungsflüsse spielen heute eine zentrale Rolle bei der aktiven Liquiditätssteuerung. Wer Zahlungsfristen nicht dem Zufall überlässt, sondern strategisch steuert, kann zentrale Finanzkennzahlen spürbar beeinflussen. Mithilfe strukturierter SCF-Ansätze lassen sich insbesondere Kennzahlen wie DPO (durchschnittliche Kreditorenlaufzeit) gezielt steuern und im Rahmen einer ganzheitlichen Working-Capital-Steuerung auch der DSO (durchschnittliche Debitorenlaufzeit) beeinflussen. Im Ergebnis verkürzt sich der Zeitraum zwischen Wareneinsatz und Geldeingang, das verringert den Cashflow-Zyklus der Supply Chain.

Digitale Lösungen setzen genau hier an. Rechnungen werden automatisiert geprüft, Zahlungsfristen abgestimmt und Auszahlungen je nach Bedarf vorgezogen. Das hilft besonders KMU, die mit saisonalen Schwankungen, steigenden Materialkosten oder hoher Lagerbindung umgehen müssen. Gleichzeitig fördert die Automatisierung eine effizientere Abstimmung zwischen Einkauf und Finanzbereich.

Mehr noch: Durch eine gezielte Steuerung Ihrer Zahlungsflüsse verbessern Sie nicht nur die eigene Liquidität, sondern auch die Beziehung zu Ihren Lieferanten. Wer schnelle und planbare Zahlungen ermöglicht, trägt aktiv zu verlässlichen Lieferketten bei. Dieser Stabilitätsvorteil zahlt sich langfristig in Form besserer Konditionen, höherer Versorgungssicherheit und robusterer Geschäftsbeziehungen aus.

DFKP-Tipp

Setzen Sie Supply Chain Finance gezielt als strategisches Steuerungsinstrument ein und verstehen Sie es nicht lediglich als kurzfristige Liquiditätsmaßnahme. Definieren Sie klare Zielwerte für DPO und DSO und implementieren Sie digitale Lösungen dort, wo sie den Cashflow Zyklus nachweislich verkürzen. Auf diese Weise stärken Sie Ihre eigene Liquidität und festigen zugleich die Beziehungen zu Ihren Lieferanten. Das verschafft Ihnen spürbare Vorteile bei Kosten, Versorgungssicherheit und Verhandlungsposition.

Finanzierung des Warenlagers gezielt steuern

Wenn Lagerplätze für saisonale Ware frühzeitig gefüllt werden müssen, entsteht schnell ein hoher Kapitalbedarf, oftmals Monate vor dem Verkauf. Klassische Vorfinanzierungen belasten die Liquidität deutlich und verringern den Spielraum für weitere Investitionen.

Die gezielte Kombination aus Einkaufsfinanzierung und Supply Chain Finance mindert diesen Druck deutlich. Finanzierungspartner übernehmen zunächst die Vorfinanzierung der Warenbeschaffung und stellen die erforderliche Liquidität bereit. Die Rückzahlung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt und wird an Absatzentwicklung sowie Zahlungsströme angepasst, sodass eigene Mittel nicht unmittelbar gebunden werden. Auf diese Weise lassen sich größere Lagerbestände aufbauen, ohne zusätzliche Kreditlinien zu beanspruchen und mit nur begrenzten Auswirkungen auf wesentliche Bilanzkennzahlen.

Gerade im Gartenhandel, bei Wintersortimenten oder Textilwaren schafft eine solide Finanzierung des Warenlagers mehr Sicherheit im Einkauf und schützt vor Lieferengpässen. Gleichzeitig verbessert sich Ihre Ausgangslage, um Skontostrategien konsequent zu nutzen und Einkaufsvorteile zu sichern.

Die Finanzierung der Lagerbestände lässt sich individuell an den Bedarf anpassen und entlastet gezielt das Tagesgeschäft. Wer rechtzeitig plant, senkt die Kapitalbindung im Umlaufvermögen und gewinnt finanzielle Bewegungsfreiheit, unabhängig von Saisonverläufen oder Branchenspezifika.

Bei modernen Finanzierungslösungen geht es zunehmend nicht nur um Zinsen oder Laufzeiten, sondern auch um Verantwortung in der Lieferkette. Nachhaltigkeit ist kein reiner Imagefaktor mehr, sondern entwickelt sich zu einem festen Bestandteil vieler SCF-Modelle. Lieferanten, die sozial oder ökologisch solide aufgestellt sind, können von besseren Finanzierungskonditionen profitieren. Dieses Prinzip wird als ESG-Supply-Chain-Finance (ESG-SCF) bezeichnet und verbindet wirtschaftliche Vorteile mit klaren Standards im Umwelt- und Sozialmanagement.

Lieferanten, die sozial oder ökologisch solide aufgestellt sind, können von besseren Finanzierungskonditionen profitieren. Dieses Prinzip wird als ESG-Supply-Chain-Finance (ESG-SCF) bezeichnet und verbindet wirtschaftliche Vorteile mit klaren Standards im Umwelt- und Sozialmanagement.

Fabian Alber Team Lead Sales

In der Praxis bedeutet das: Wer ressourcenschonend produziert, Arbeitssicherheit verbessert oder den CO₂-Ausstoß messbar reduziert, verbessert seine Ausgangsposition bei der Kreditwürdigkeitsprüfung. Einige SCF-Plattformen beziehen diese Kriterien systematisch in ihre Risikobewertung und Preisgestaltung ein.

Auch für kleine und mittlere Unternehmen gewinnt dieses Thema an Relevanz. Wer als Zulieferer für große Konzerne tätig ist, gerät zunehmend in den Fokus, wenn es um nachhaltige Beschaffungsstrukturen und transparente Lieferketten geht. Unternehmen, die früh auf diese Entwicklung reagieren, sichern sich Vorteile in einem Markt, in dem nachhaltige Supply-Chain-Strukturen, der Zugang zu SCF-Programmen und die Position im Lieferantenportfolio zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor werden.

Häufig gestellte Fragen zu Supply Chain Finance

Supply Chain Finance ist eine Form der Lieferkettenfinanzierung, bei der Käufer, Lieferanten und Finanzierungspartner zusammenarbeiten, um Zahlungsströme gezielt zu steuern. Lieferanten erhalten auf Wunsch frühzeitig ihr Geld, während Käufer ihre Zahlungsziele flexibel und strategisch nutzen. Ziel ist es, die Liquidität beider Seiten zu verbessern und durch planbare Zahlungsstrukturen die Geschäftsbeziehung zu stabilisieren. Im Unterschied zum klassischen Factoring wird der Prozess in der Regel vom Einkäufer angestoßen und direkt in die Einkaufs- und Freigabeprozesse integriert.


Mittelständische Unternehmen profitieren durch Supply Chain Finance von mehr finanzieller Flexibilität, höherer Planungssicherheit und einer stabileren Versorgung. Lieferanten erhalten ihre Zahlungen deutlich früher und stärken so ihre Liquidität. Käufer können Zahlungsfristen aktiv steuern und ihren Liquiditätsspielraum besser planen. Gleichzeitig verbessern sich zentrale Kennzahlen wie das Working Capital und der Cashflow-Zyklus, was vor allem in wirtschaftlich angespannten Phasen ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist.


Nach Lieferung der Ware stellt der Lieferant eine Rechnung, die vom Käufer digital geprüft und zur Finanzierung freigegeben wird. Auf Basis dieser freigegebenen Forderung zahlt ein Finanzierungspartner, beispielsweise eine Bank oder ein Fintech, dem Lieferanten auf Wunsch den Rechnungsbetrag vorzeitig aus. Der Käufer begleicht den vollen Betrag erst zum vereinbarten Fälligkeitstermin gegenüber dem Finanzierungspartner. Moderne Plattformlösungen integrieren sich in bestehende ERP- und Buchhaltungssysteme, ermöglichen automatisierte Freigabeprozesse und schaffen transparente, revisionssichere Abläufe.


Zu den wichtigsten Instrumenten in der Supply-Chain-Finanzierung zählen Reverse Factoring, Dynamic Discounting und die Einkaufsfinanzierung. Beim Reverse Factoring erhalten Lieferanten frühzeitige Zahlungen durch einen Finanzierungspartner, während der Käufer das vereinbarte Zahlungsziel in voller Länge nutzen kann. Dynamic Discounting arbeitet mit flexiblen Skontomodellen, bei denen der Käufer aus eigener Liquidität früher zahlt und abhängig vom tatsächlichen Zahlungszeitpunkt Rabatte erhält. Die Einkaufsfinanzierung richtet sich an Käufer, die ihre Warenbeschaffung inklusive Lageraufbau über einen Finanzierungspartner abwickeln möchten, ohne zunächst eigenes Kapital einzusetzen.

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